GeViP - Gewalt und Vernachlässigung in der informellen häuslichen Pflege
Auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands sowie bestehender Praxisansätze sollen fundierte Handlungsempfehlungen zur frühzeitigen Erkennung von Gewalt in der Pflege und settingspezifische Praxismaßnahmen entwickelt werden. Hierbei wird Gewalt in beide Richtungen berücksichtigt: von pflegenden Zugehörigen gegenüber Personen mit Pflegebedarf ebenso wie von Personen mit Pflegebedarf gegenüber ihren Zugehörigen.
Im ersten Projektjahr werden in zwei systematischen Literaturreviews geeignete Verfahren zur Thematisierung und Erfassung von Gewalt sowie wirksame Interventionsansätze identifiziert und ausgewertet. Ergänzend werden Onlinebefragungen und Interviews mit Akteuren aus unterschiedlichen Settings durchgeführt. Ziel ist es, bestehende Handlungsansätze sowie Barrieren bei der Thematisierung von Gewalt in der informellen häuslichen Pflege zu erfassen. Berücksichtigt werden dabei insbesondere die Pflegebegutachtung durch die Medizinischen Dienste nach §§ 18a und 18b SGB XI, Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI und die Pflegeberatung nach §§ 7a und 7c SGB XI. Darüber hinaus werden spezifische lokale Unterstützungsangebote im Rahmen der Befragungen erhoben.
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt das multiprofessionelle Studienteam Vorschläge für mögliche Maßnahmen für die Versorgungspraxis in den genannten drei Settings Pflegebegutachtung, Beratungsbesuche und Pflegeberatung bzw. einer zukünftigen Pflegebegleitung im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes ab Januar 2028. Die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend settingspezifisch mit der wissenschaftlichen Gruppendelphi-Methode hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit bewertet. Ein abschließender Vernetzungsworkshop dient dazu, Schnittstellen, Kooperationsmöglichkeiten und Voraussetzungen für eine verbesserte Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zu identifizieren. Die Ergebnisse werden schließlich in konkrete Handlungsempfehlungen für die im Projekt fokussierten Praxissettings überführt.
Projektverbundleitung und -koordination
Dr. Klaus Pfeiffer, Robert Bosch Krankenhaus, Standort City, Hohenheimer Straße 21, 70184 Stuttgart
Leitung des Teilprojekts an der KH Freiburg
Prof.in Dr. Nadine Konopik – nadine.konopik@kh-freiburg.de
Verbundpartner*innen
Dr. Klaus Pfeiffer, Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung mbH
Prof.in Dr. Martina Schäufele, Technische Hochschule Mannheim, Fakultät für Sozialwesen
Prof. Dr. Frank Oswald, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Interdisziplinäre Alternswissenschaft
Prof.in Dr. Anna Schwedler-Allmendinger, Frankfurt University of Applied Sciences, Soziale Arbeit & Gesundheit
Laufzeit
Juli 2026 – Juni 2028
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