Hochschule

Eröffnung des Akademischen Jahres

Vom Wert echter Begegnung in krisenhaften Zeiten

Mit einem Festakt, Vorträgen und musikalischen Beiträgen hat die Katholische Hochschule (KH) Freiburg am 7. Oktober 2026 das Akademische Jahr 2026/27 eröffnet. Im voll besetzten Saal kamen Studierende, Lehrende, Mitarbeitende sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche, Wissenschaft und der Regio zusammen, um den Start ins neue Studienjahr zu feiern.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band Zweierpasch mit Felix und Till Neumann. Mit ihrem deutsch-französischen Hip-Hop griff sie Themen wie Vielfalt, Solidarität und Frieden auf. Sänger Felix Neumann ist selbst Alumnus der KH Freiburg.

Welchen Auftrag hat eine kirchliche Hochschule?

In ihrer Eröffnungsansprache stellte Rektorin Prof. Dr. Bohlen die Frage nach dem Profil und der Relevanz der Hochschule in Zeiten gesellschaftlicher Krisen. Dabei machte sie deutlich, dass sich Qualität nicht allein in Zahlen messen lässt:

„Entscheidend ist, ob es gelingt, in der Forschung die Themen aufzugreifen, die den Menschen Sorgen und Ängste machen – und ob all dies Studierende ermutigt, resonant zu leben.“

Mit Bezug auf den Soziologen Hartmut Roser plädierte Bohlen für Räume der Entschleunigung und Offenheit. Ziel sei es, anderen Menschen und ihren Bedürfnissen unvoreingenommen zu begegnen. Wie der Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft konkret gelingen kann, zeige auch das Institut für Angewandte Forschung (IAF) der KH Freiburg, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Ein zentrales Grußwort sprach Dietmar Krauß, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Er unterstrich die herausragende Bedeutung der KH Freiburg für die Bewältigung des Fachkräftemangels – insbesondere in der Pflege, der Sozialen Arbeit und bei der Qualifizierung von Führungskräften.

Krauß dankte der Landesregierung für die bis 2030 zugesagte Finanzierung sowie den Trägern und Gesellschaftern für ihr verlässliches Engagement. Mit Blick auf die erfreulich hohen Erstsemesterzahlen betonte er die Bedeutung einer fundierten akademischen Ausbildung für die gesellschaftliche Versorgungssicherheit und den Zusammenhalt. Zugleich mahnte er, gesellschaftlicher Ausgrenzung und zunehmender Spaltung entschieden entgegenzutreten.

Festvortrag von BZ-Chefredakteurin Carolin Buchheim: Warum wir mehr Begegnung brauchen

Den inhaltlichen Schwerpunkt des Festakts bildete der Vortrag von Carolin Buchheim, Chefredakteurin der Badischen Zeitung. Unter dem Titel „Miteinander! Warum wir mehr Begegnung brauchen“ beleuchtete sie aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus journalistischer Perspektive.

In einer Welt multipler Krisen und einer stetig wachsenden Informationsflut durch das Internet gebe es heute eigentlich kein Informationsproblem mehr, sondern vielmehr ein echtes „Wir-Problem“. Menschen zögen sich zunehmend in ihre eigenen Blasen zurück, während Räume für ein echtes Miteinander immer seltener würden.

Buchheim zeigte eindrücklich, welche Gemeinsamkeiten Journalismus und gesellschaftliche sowie soziale Berufe verbinden. Vier Aspekte hob sie besonders hervor:

  • Hingehen: Dorthin gehen, wo andere wegsehen.
  • Vertrauen bewahren: Verantwortungsvoll mit dem umgehen, was Menschen einem anvertrauen.
  • Übersetzen und vermitteln: Sachverhalte so aufbereiten, dass sie für unterschiedliche Menschen verständlich werden.
  • Konflikte sichtbar machen: Räume für offene und auch unbequeme Aussprachen schaffen.

Gerade im Zeitalter künstlicher Intelligenz bleibe das Menschliche unersetzlich. „Algorithmen haben Grenzen. Sie können keine Beziehungen aufbauen – echtes Vertrauen entsteht nur in der persönlichen Begegnung“, betonte Buchheim.

Den Studierenden gab sie drei zentrale Impulse mit auf den Weg:

  1. Suchen Sie das Gespräch, auch wenn es unbequem ist.
  2. Hören Sie auch Menschen zu, deren Ansichten Sie nicht teilen.
  3. Schaffen Sie bewusst Räume für echte Begegnung.

Studienpreise und Begegnungen zum Ausklang

Im Rahmen des Festakts wurden herausragende wissenschaftliche Arbeiten und das besondere Engagement von Absolvent*innen mit verschiedenen Studienpreisen renommierter Stifter gewürdigt.

Beim anschließenden Stehempfang kamen Gäste, Studierende und Hochschulangehörige miteinander ins Gespräch, knüpften Kontakte und tauschten Perspektiven aus. Damit klang die Eröffnung ganz im Sinne des Tagesmottos aus: mit Begegnungen, die Verbindungen schaffen und den gemeinsamen Start in das Akademische Jahr 2026/27 begleiteten.

Ansprechperson

Stephanie Bohlen, Rektorin der KH Freiburg

Prof.in Dr. Stephanie Bohlen

Rektorin, Geschäftsführerin

Zur News-Übersicht