Oksana Zakharko
Binationales Seminar im COIL-Format mit ukrainischen Universitäten zum Thema „Trauma-informierte Primärversorgung für Kinder und Jugendliche“
Eine Woche lang wurde auf dem Campus der KH Freiburg diskutiert, übersetzt, gemeinsam gearbeitet und improvisiert: Studierende aus Freiburg, Chernivtsi und Lviv beschäftigten sich im Sommersemester 2026 im Rahmen eines binationalen Seminars mit der Frage, wie traumasensible Primärversorgung für Kinder und Jugendliche gelingen kann. Mit dieser intensiven Blockwoche vom 27. April bis 1. Mai wurde das Seminar erfolgreich abgeschlossen, das auf eine mehr als zwanzigjährige Kooperation zwischen der KH Freiburg und ukrainischen Partneruniversitäten zurückgeht. Diese Zusammenarbeit ist von persönlichem Engagement, gewachsenen Beziehungen und dem gemeinsamen Interesse an sozialer und psychosozialer Arbeit geprägt.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs findet die Zusammenarbeit als Blended-Learning-Format im Rahmen von COIL („Collaborative Online International Learning“) mit ergänzender Präsenzwoche in Freiburg statt.
Trauma-Informed Primary Care im internationalen Lernsetting
Am Seminar „Trauma-Informed Primary Care“ nahmen im Studienjahr 2025/26 insgesamt 22 Studierende teil: 9 von der KH Freiburg sowie 13 aus der Ukraine – 6 aus Chernivtsi (Nationalen Jurij Fedkovych Universität Chernivtsi, CHNU) und 7 aus Lviv (Ukrainian Catholic University, UCU). Die Kooperation mit der UCU entstand im Rahmen des NaDiya-Projekts, das durch die GIZ im Programm Klinikpartnerschaften finanziert wird und Mittel des BMZ erhält.
Der einwöchige Aufenthalt der ukrainischen Gruppe wurde durch ERASMUS+-Mittel ermöglicht. Begleitet wurde sie von Dr. Oksana Zakharko (UCU) und Prof. Dr. Oleksandr Popov (CHNU). Auf deutscher Seite wurde das Seminar von Prof. Dr. Claus Muke und Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff geleitet, unterstützt von Dr. Halyna Levkiv (IAF). die das Team mit ukrainischem Hintergrund verstärkt und fest im Seminar verankert ist.
Dem Seminar gingen mehrere Online-Veranstaltungen zur Einführung in das Thema voraus. Die Unterrichtssprache war Englisch, ergänzt durch ad hoc Übersetzungen ins Ukrainische. Inhaltlich verband die Woche exploratives Lernen mit Einblicken in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg, einschließlich der Vorstellung der dort etablierten Klinikschule durch zwei Lehrkräfte.
Zu den Arbeitsformaten gehörten „One Minute Wonder“, die Analyse von „Safe Places in Urban Spaces“, Praxisbegegnungen sowie gemeinsame Reflexionen.
Ergänzend zum akademischen Programm fanden Begegnungen mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft statt. Mit Unterstützung der persönlichen Referentinnen des Freiburger Oberbürgermeisters Martin Horn (Nicole Horstkötter und Anke Wiedemann), konnte ein Besuch des Eugen-Keidel-Bads realisiert werden.
Zudem nahm das Projektteam an einer Charity-Veranstaltung teil, zu der Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann Prof. Muke eingeladen hatte. Dort informierte sich der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter im Gespräch mit Dr. Oksana Zakharko über die Lage an der UCU und in Lviv. ARD-Journalistin Frau Beer würdigte im Austausch mit Prof. Dr. Muke das Engagement der KH Freiburg im Kontext der Ukraine-Hilfe.
Evaluation und Ausblick
Die Evaluation des Seminars zeigt, dass interkulturelle Kompetenzen gestärkt und binationales Denken gefördert wurden. Besonders hervorgehoben wurde die gemeinsame Präsenzwoche in Freiburg als zentraler Bestandteil des Formats. Gleichzeitig wird deutlich, dass unterschiedliche fachliche Hintergründe und Wissensstände eine kontinuierliche Herausforderung darstellen, die ausdrücklich als Teil des gemeinsamen Lernprozesses verstanden wird.
Oksana Zakharko
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Ansprechperson
Prof. Dr. med. Claus Muke