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Zukunft Pflege: Neuer dualer Studiengang an der KH Freiburg

Zukunft Pflege: Neuer dualer Studiengang an der KH Freiburg

Die Katholische Hochschule Freiburg (KH Freiburg) reagiert auf die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen und richtet ihren pflegewissenschaftlichen Studiengang strategisch neu aus: Zum Wintersemester 2027/2028 startet der primärqualifizierende duale Bachelorstudiengang „Angewandte Pflegewissenschaft dual (B.Sc.)“. Damit setzt die Hochschule ein klares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit ihrer pflegewissenschaftlichen Studiengänge und stärkt zugleich die akademische Qualifizierung dringend benötigter Pflegefachpersonen.

Antwort auf gesellschaftliche und gesetzliche Herausforderungen

Mit der Einführung des neuen Studiengangs reagiert die KH Freiburg auf gesetzliche Vorgaben des Pflegeberufegesetzes, die ab 2032 ausschließlich primärqualifizierende Studiengänge zur Erlangung der Berufszulassung vorsehen. Gleichzeitig adressiert das neue Angebot den wachsenden Bedarf an hochqualifizierten Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen – von der stationären Langzeitpflege über die ambulante Versorgung bis hin zur Akutpflege in Kliniken. Dabei betont die KH Freiburg zugleich die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Pflegepraxis: „Pflegewissenschaft ist aus der heutigen Pflegepraxis nicht mehr wegzudenken, wenn wir anschlussfähig bleiben wollen. Von den erweiterten Kompetenzen und Zuständigkeiten der akademischen Pflegefachpersonen profitieren sowohl Pflegeempfangende als auch die gesamte Berufsgruppe in der Pflege“, so Prof.in Dr. Nadine Konopik, Studiengangsleiterin der Angewandten Pflegewissenschaft an der KH Freiburg.

Gleichzeitig kooperiert die KH Freiburg weiterhin mit Pflegeschulen und tritt gemeinsam mit diesen dafür ein, eine breite Personengruppe für die professionelle Pflege zu gewinnen. Damit wird unterstrichen, dass sowohl akademische als auch schulische Zugangswege in die Pflege parallel gestärkt und weiterentwickelt werden.

„Die Pflege steht vor enormen Herausforderungen: demografischer Wandel, steigende Versorgungsbedarfe und komplexere Krankheitsbilder erfordern eine fundierte, wissenschaftlich basierte Ausbildung. Mit dem neuen Studiengang leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Versorgungsqualität“, so Prof.in Dr. Stephanie Bohlen, Rektorin der KH Freiburg.

Duale Struktur: Theorie und Praxis eng verzahnt

Der siebensemestrige Studiengang verbindet ein wissenschaftlich fundiertes Hochschulstudium mit umfangreichen praktischen Einsätzen. In primärqualifizierenden Studiengängen nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) ist seit 2024 vorgesehen, dass Studierende einen Ausbildungsvertrag mit einem Träger des praktischen Teils des Pflegestudiums abschließen.

Die Hochschule verantwortet die Theoriestunden und übernimmt zugleich die Gesamtkoordination zwischen Theorie- und Praxisphasen sowie den jeweiligen Praxiseinsätzen. Damit werden sowohl ein akademischer Abschluss als auch die Berufszulassung gemäß Pflegeberufegesetz erworben.

Für die praxisnahe Lehre steht an der KH Freiburg ein eigenes Skills Lab Pflege zur Verfügung, das gezieltes Fertigkeitentraining und realitätsnahe Simulationen ermöglicht.

In einem Gesundheitswesen, das durch steigende medizinisch-pflegerische Bedarfe, komplexe Krankheitsverläufe und einen raschen Wissenszuwachs geprägt ist, gewinnt die enge Verzahnung von Theorie und Praxis an zentraler Bedeutung: Sie ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Pflegepraxis zu übertragen, Verantwortung für vorbehaltene Aufgaben zu übernehmen, auch in komplexen Pflegesituationen. Beides ist eine entscheidende Voraussetzung für hohe Versorgungsqualität und Patient*innensicherheit.

Kompetenzen für eine moderne, evidenzbasierte Pflege

Der Studiengang bleibt bewusst generalistisch ausgerichtet und qualifiziert für die Pflege von Menschen aller Altersgruppen. Neben pflegewissenschaftlichen Grundlagen stehen insbesondere evidenzbasierte Entscheidungsfindung, interprofessionelle Zusammenarbeit sowie die ethische und rechtliche Reflexionsfähigkeit im Mittelpunkt.

Neu ist die systematische Integration sogenannter heilkundlicher Module in zentralen Versorgungsbereichen wie Demenz, Diabetes mellitus und Wundmanagement. Damit werden ausgewählte medizinisch-pflegerische Tätigkeiten, die traditionell primär Ärzt*innen vorbehalten waren, stärker in die Kompetenzbereiche akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen eingebunden. Studierende lernen komplexe Versorgungssituationen eigenständig zu beurteilen, pflegerische Maßnahmen auf wissenschaftlicher Grundlage zu planen und im definierten Rahmen heilkundliche Aufgaben eigenverantwortlich zu übernehmen.

Diese Erweiterung der Kompetenzen trägt der Entwicklung eines modernen Gesundheitswesens Rechnung, in dem Pflegefachpersonen eine zunehmend eigenständige und verantwortungsvolle Rolle einnehmen. Sie So wird verbessert nicht nur die Kontinuität und Effizienz der Versorgung verbessert, sondern stärkt auch die Versorgungsqualität und Patient*innensicherheit, insbesondere bei komplexen Pflegebedarfen.

Attraktives Angebot für Studieninteressierte

Das Studienangebot richtet sich insbesondere an Absolvent*innen von Gymnasien und Fachoberschulen, die eine akademische Ausbildung mit direkter Berufszulassung verbinden möchten. Die KH Freiburg plant Kohorten von rund 35 Studierenden und bietet damit eine persönliche Lernumgebung mit intensiver Betreuung.

Starke Perspektiven für die Pflege – und die Region

Mit dem neuen Studiengang baut die KH Freiburg ihre langjährige Expertise in der Pflegewissenschaft weiter aus und unterstreicht ihre zentrale Rolle als Bildungs- und Innovationspartner im Gesundheitswesen der Region. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Weiterentwicklung professioneller Pflege.

Im engen Austausch mit Ministerien, Fachgremien und Praxispartnern wird der Studiengang kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst mit dem Ziel, Pflege auf hohem wissenschaftlichen Niveau nachhaltig zu stärken.

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