Alumni­Spotlight

Alumni Spotlight: Katja Rambach

Katja Rambach, Alumna der KH Freiburg

Von der KH Freiburg in die Leitung der Altenhilfe – Katja Rambachs Weg zwischen Familie, Führung und Verantwortung

Ein Studium im Bereich Management im Gesundheitswesen an der KH Freiburg bildet den Ausgangspunkt von Katja Rambachs beruflichem Weg. Heute leitet sie den Bereich Altenhilfe beim Caritasverband für den Landkreis Emmendingen e.V., eine Entwicklung, die sich vor allem über prägende Erfahrungen und Begegnungen erklärt.

Doch begonnen hat alles mit einer Entscheidung, die stark vom Leben selbst geprägt war: einem jungen Kind und der Frage, wie sich Studium und Familie überhaupt verbinden lassen.

„Als damalige Mama einer knapp zweijährigen Tochter hat für mich die örtliche Nähe eine wichtige Rolle gespielt“, erinnert sie sich. Die Hochschule sei für sie nicht nur ein Studienort gewesen, sondern ein Möglichkeitsraum. Einer, der es ihr überhaupt erst erlaubt habe, ein Studium zu beginnen. Rückblickend sagt sie klar: „Die Entscheidung habe ich nie bereut. Ich habe mich an der KH immer gut aufgehoben gefühlt.“

Diese Unterstützung wurde besonders spürbar, als sich ihr Familienleben während des Studiums weiter veränderte: Sie wurde ein zweites Mal Mutter. „Ich wurde gut von meinen Kommilitonen und Lehrpersonen mitgetragen“, erzählt sie. Studium und Privatleben liefen nicht nebeneinander her, sondern verschränkten sich auf eine Weise, die sie bis heute als prägend beschreibt.

Lernen durch Perspektivwechsel

Auch fachlich war es weniger ein einzelnes Modul, das sie nachhaltig geprägt hat, sondern eher ein Perspektivwechsel. Überraschenderweise ist es die Veranstaltung „Prozessbegleitung“, die ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist. „Am Anfang dachte ich: Was soll ich da denn jetzt drüber reden und reflektieren?“, sagt sie lachend. Doch genau diese Irritation wurde zum Wendepunkt. Mit der Zeit habe sie verstanden, „wie wichtig diese Reflexion und der Austausch ist, auch Konflikte zu besprechen“. Eine Erkenntnis, die sie heute als unverzichtbar für ihren Berufsalltag beschreibt.

Der Übergang in die Berufspraxis verlief nicht zufällig, sondern fast schon folgerichtig und doch mit einem entscheidenden Moment: Während einer Veranstaltung zur Karriereplanung lernte sie ihre spätere Vorgesetzte kennen. Diese sprach sie direkt an. „Sie meinte, sie würde gerne mit mir arbeiten.“ Aus dieser Begegnung entstand ihre erste Rolle als Pflegedienstleitung, ein Einstieg, der den Grundstein für ihre weitere Laufbahn legte.

Führung, Verantwortung und Entwicklung

Heute, Jahre später, blickt sie auf eine Entwicklung zurück, die sie selbst als „ganz schön“ bezeichnet: von der Pflegedienstleitung über die Leitung einer stationären Einrichtung bis hin zur Verantwortung für den gesamten Bereich Altenhilfe mit stationären und ambulanten Angeboten sowie Projekten. Ohne das Studium an der KH, sagt sie, wäre dieser Weg so kaum möglich gewesen. „Es war definitiv der Türöffner zu einer Leitungsposition.“

Dabei versteht sie die Hochschule weniger als Ort der reinen Wissensvermittlung, sondern als Raum der Entwicklung. Besonders prägend sei für sie die Fähigkeit gewesen, die Perspektive zu wechseln: „An der KH habe ich gelernt, eher mal die Vogelperspektive einzunehmen.“ Gleichzeitig beschreibt sie die Atmosphäre als bodenständig und familiär. Eigenschaften, die sie bis heute mitnimmt. Viele Kompetenzen habe sie nicht neu gelernt, sondern weiterentwickelt: Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Reflexion.

Haltung als Grundlage von Führung

Die eigentlichen Herausforderungen kamen jedoch erst danach. „Im Studium wird einem nicht gesagt, wie es ist, eine erste Führungsrolle zu haben“, sagt sie offen. Der Schritt in leitende Positionen bedeutete für sie, sich immer wieder über den eigenen Tellerrand hinauszubewegen – oft an Grenzen zu stoßen und bewusst aus der Komfortzone zu treten. „Ich wusste innerlich: Katja, da musst du jetzt durch.“

Was Führung für sie heute ausmacht, ist deshalb weniger eine Frage von Controlling oder Organisation, sondern von Haltung. „Vor allem die emotionale Kompetenz, in Führung zu gehen“, sagt sie. Die fachlichen Grundlagen ließen sich lernen – entscheidend sei jedoch, ein eigenes Standing zu entwickeln, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Auch ihre Werte haben sich in dieser Zeit geschärft, nicht verändert. Aufrichtigkeit, Klarheit und Zuverlässigkeit nennt sie als zentrale Grundlagen ihres Handelns. Dazu komme ein bewusster Umgang mit Zeit der eigenen und der anderer. „Pünktlichkeit ist mir wichtig. Ich versuche, sensibel mit den Zeitressourcen anderer Menschen umzugehen.“

Blick nach vorn: Chancen in der Altenhilfe

Wenn sie auf die Zukunft ihres Fachbereichs blickt, wird schnell deutlich, wie sehr sie in den strukturellen Herausforderungen der Altenhilfe steht. Die Anforderungen steigen, die Rahmenbedingungen bleiben komplex. Umso wichtiger sei es, akademisch qualifizierte Menschen in diesem Bereich zu haben: in Pflege, Management und Pädagogik. Gleichzeitig sieht sie gerade im stationären Bereich Gestaltungsspielräume, die sie als Chance versteht.

Und was würde sie heutigen Studierenden mitgeben? Ihre Antwort ist direkt: „Schaut euch den Bereich Altenhilfe genauer an.“ Er sei weniger sichtbar als das Krankenhaus, biete aber enorme Möglichkeiten. „Ich komme ursprünglich aus dem Krankenhaus , würde aber nicht mehr tauschen wollen.“

Vielleicht ist genau das der rote Faden in Katja Rambachs Geschichte: Nicht der schnelle Karriereplan, sondern ein Weg, der sich aus Nähe, Begegnungen, Reflexion und Verantwortung entwickelt hat und der bis heute offen bleibt für Gestaltung.

Alumni Spotlight

Name: Katja Rambach
Studiengang: Management im Gesundheitswesen
Abschlussjahr: 2015
Derzeitige Position: Leiterin des Bereiches Altenhilfe beim Caritasverband für den Landkreis Emmendingen e.V.

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