Weiter­bildung

Kreativität in der Therapie

Warum wir Kunsttherapie wissenschaftlich weiterdenken

In diesem Monat beginnen 24 engagierte Teilnehmer*innen ihre Wissenschaftliche Weiterbildung in Kunsttherapie am Instiut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW). Vor ihnen liegen zweieinhalb intensive Jahre, in denen künstlerische Praxis, therapeutische Kompetenz und wissenschaftliche Reflexion eng miteinander verzahnt werden.

Monika Wigger, Professorin für Ästhetik und Kommunikation an der KH Freiburg und Weiterbildungsleiterin, betont: „Kunsttherapie verbindet künstlerische Praxis mit fachlicher Tiefe. Unsere Teilnehmenden lernen, kreative Prozesse professionell zu begleiten und in unterschiedliche psychosoziale Arbeitsfelder wissenschaftlich fundiert zu integrieren. Dabei geht es immer auch um Haltung, Reflexion und die verantwortungsvolle Gestaltung therapeutischer Beziehungen.“

Warum ist Kunsttherapie heute so relevant?

In einer Zeit komplexer psychosozialer Herausforderungen gewinnt Kunsttherapie zunehmend an Bedeutung. Sie nutzt künstlerische Medien wie Malen, Zeichnen oder plastisches Gestalten, um innere Bilder und Emotionen zu erforschen, wahrnehmbar und erlebbar zu machen.

Kunsttherapie bezieht den Körper und das innere Erleben mit ein und erweitert somit klassische verbale Therapieformen. Sie eröffnet Ausdruckswege für das, was sich nicht oder noch nicht in Worte fassen lässt. Menschen können im künstlerischen Gestalten Gefühle entdecken, eigene Bedürfnisse erkennen und unverarbeitete Konflikte oder traumatische Erlebnisse bearbeiten. Was durch Worte allein oft nicht erklärbar scheint, findet im künstlerischen Tun eine Form. Der Gestaltungsprozess selbst – ebenso wie das entstehende Werk – wird dabei zum Medium der Selbsterfahrung und Reflexion.

Die kunsttherapeutische Arbeit stärkt Ressourcen, fördert Selbstwirksamkeit und eröffnet neue Perspektiven im Umgang mit Belastungen. Kunsttherapie verbindet ästhetische Erfahrung mit wissenschaftlicher Fundierung – sie ist zunehmend fester Bestandteil moderner Gesundheitsversorgung.

Wissenschaftlich fundiert und praxisnah

Die Weiterbildung am IWW der KH Freiburg legt besonderen Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis. Neben der eigenen künstlerischen Entwicklung erwerben die Teilnehmenden fundierte Kenntnisse in kunsttherapeutischen Methoden, medizinischen Grundlagen und psychotherapeutischen Konzepten. Selbsterfahrung, Reflexion und Supervision sind im Curriculum fest verankert.

Damit qualifizieren sich die Absolvent*innen umfassend für die vielseitigen Anforderungen der therapeutischen Berufspraxis – etwa in Kliniken, psychosozialen Einrichtungen, Beratungsstellen oder im freiberuflichen Kontext.

Im Anschluss an die wissenschaftliche Weiterbildung (Certificate of Advanced Studies, CAS) eröffnet sich die Möglichkeit, ein weiterführendes Masterstudium Kunsttherapie an der KH Freiburg  aufzunehmen. Voraussetzung hierfür sind der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung sowie ein Jahr einschlägige Berufserfahrung.

Der Master bietet die Chance, vorhandene Kompetenzen gezielt auszubauen und die eigene akademische Qualifikation zu vertiefen. So entsteht ein klar strukturierter und durchlässiger Bildungsweg – von der Weiterbildung bis hin zum Masterabschluss.

Wachsende Nachfrage, wachsendes Feld

Die Nachfrage nach kunsttherapeutischen Angeboten ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Parallel dazu wächst das Interesse an qualifizierten Weiterbildungen, die kunsttherapeutische Kompetenz in Praxis und Theorie mit wissenschaftlicher Reflexion zusammenführen.

Mit dem Start der neuen Kohorte setzt das IWW ein klares Zeichen: Kunsttherapie wird nicht nur praktiziert, sondern wissenschaftlich weitergedacht. Die 24 neuen Teilnehmer*innen bringen unterschiedliche berufliche Hintergründe mit – sie eint die Überzeugung, dass kreative Prozesse heilsame Kräfte entfalten können.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Wissenschaftlichen Weiterbildung Kunsttherapie

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