Impulse aus dem D-A-C-H-Austausch in Berlin
Wie sieht die Zukunft der hochschulischen Pflegebildung aus? Expert*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-C-H) trafen sich in Berlin, um über die Standardisierung der Kompetenz- und Praxisentwicklung zu beraten. Im Fokus stand eine zentrale Erkenntnis: Die Akademisierung der Langzeitpflege ist ein entscheidender Hebel für das gesamte Gesundheitssystem.
An der Fachdiskussion beteiligten sich unter anderem Dr. Sandra Strube-Lahmann, Prof. Dr. Inge Eberl, Dr. Simon Krutter (Österreich), Prof. Dr. Andrea Brenner (Schweiz) sowie Prof. Dr. Markus Zimmermann.
Strukturdefizite und die Rolle der Forschung an der KH Freiburg
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Akademisierung der Langzeitpflege, zu der Theresa Laschewski, M.Sc. und Anna Marange, MBA von der Katholischen Hochschule Freiburg Impulse lieferten.
Anhand des Beispiels vermeidbarer Krankenhausaufnahmen wurde deutlich: Krankenhauseinweisungen aus der stationären Langzeitpflege in ein Krankenhaus könnten womöglich vermieden werden. Dies weist auf strukturelle Defizite im System hin. Insbesondere Teilnehmende aus dem akutklinischen Setting betonten die Dringlichkeit, akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen (aqP) auch in der stationären Langzeitversorgung stärker zu etablieren.
Ein Kernproblem stellt das aktuelle Personalbemessungsinstrument dar, in dem akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen bislang nicht berücksichtigt werden. Dies führt dazu, dass in der Langzeitpflege überproportional viele eher gering qualifizierte Pflegende tätig sind.
Deutschland im Umbruch: Strategien für die Praxis
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass sich Deutschland derzeit in einer Umbruchsituation befindet – geprägt von einem sich verändernden Skills- und Grade-Mix und einer ungleichen Verteilung akademischer Expertise zwischen akut- und langzeitstationären Einrichtungen.
Als wesentliche Erfolgsfaktoren für die Implementierung akademischer Strukturen wurden benannt:
- Die enge Zusammenarbeit zwischen Trägern, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft.
- Die gezielte Optimierung entsprechender Bildungsangebote.
- Die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems durch die Stärkung der stationären Langzeitpflege.
Begleitende Forschung: Das Projekt „AqP“ in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen
Wie die Kompetenzen akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen konkret in die Praxis einfließen können, untersucht derzeit das Projekt „Akademische Pflege und erweiterte Pflegepraxis in der stationären Langzeitpflege“, das als Kooperation zwischen der Katholischen Hochschule Freiburg und der Hochschule Furtwangen durchgeführt wird.
Unter der Leitung von Prof.in Dr. Nadine Konopik und Prof. Dr. Peter König werden Praxispartner*innen im Implementierungsprozess wissenschaftlich begleitet. Das Forschungsteam erhebt mittels verschiedener Methoden, wie akademische Profile wirksam integriert werden können. Eine bereits durchgeführte landesweite Umfrage in Baden-Württemberg liefert hierzu die notwendige Datenbasis über den aktuellen Stand der Akademisierung in der Langzeitpflege.
Ansprechperson
Prof.in Dr. Nadine Konopik