Neue Impulse für die Soziale Arbeit – im Denken und über Grenzen hinweg
Im internationalen Projekt CELIS ist derzeit einiges in Bewegung – und das im doppelten Sinne: Während Fachkräfte und Wissenschaftler*innen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Sozialen Arbeit diskutieren, planen Studierende eine grenzüberschreitende Radtour durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. Zwei sehr unterschiedliche Formate, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Austausch, Vernetzung und die Weiterentwicklung sozialer Praxis im internationalen Kontext.
Bewegung im Denken: KI als Zukunftsthema der Sozialen Arbeit
Am 19. März 2026 trafen sich Vertreter*innen aus Praxis, Wissenschaft und Leitungsebenen an der Fachhochschule Nordwestschweiz zum CELIS-Arbeitgebertreffen in Muttenz. Im Mittelpunkt stand ein Thema, das die Soziale Arbeit zunehmend prägt: Künstliche Intelligenz.
Schnell wurde deutlich, dass KI in vielen Einrichtungen bereits angekommen ist – allerdings in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Während einige Organisationen erste Erfahrungen mit KI-gestützten Anwendungen gesammelt haben, stehen andere noch am Anfang. Im fachlichen Austausch ging es daher nicht nur um technische Grundlagen, sondern vor allem um die Frage, wie KI verantwortungsvoll in professionelles Handeln integriert werden kann.
Deutlich wurde: KI kann Fachkräfte unterstützen – etwa bei der Dokumentation, der Strukturierung von Informationen oder beim Abbau von Sprachbarrieren. Auch in der Beratung kann sie als Reflexionshilfe dienen. Gleichzeitig ersetzt sie keine fachlichen Entscheidungen und stellt neue Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und Qualifizierung.
Neben konkreten Praxisbeispielen, etwa aus dem Kinderschutz, wurden auch kritische Perspektiven diskutiert: Verzerrungen in Daten, fehleranfällige Ergebnisse oder mögliche Auswirkungen auf die Beziehungsarbeit. Das Treffen bot damit nicht nur Orientierung, sondern auch Raum für gemeinsames Ausprobieren und Reflektieren – ein zentraler Baustein für die zukünftige Gestaltung Sozialer Arbeit.
Bewegung im Raum: Grenzenlos studieren auf zwei Rädern
Nur wenige Tage zuvor, am 16. März 2026, stand beim CELIS-Projekt „Grenzenlos studieren“ eine ganz andere Form der Bewegung im Fokus: die Planung einer internationalen Radtour durch das Dreiländereck.
Studierende aus verschiedenen Hochschulen entwickeln derzeit gemeinsam eine dreitägige Tour, die im Oktober 2026 stattfinden soll. Die Route verbindet Mulhouse, Muttenz, Lörrach, Freiburg im Breisgau und Straßburg zu einem trinationalen Rundkurs.
Doch die Tour ist weit mehr als ein sportliches Projekt: Sie soll Studierende der Sozialen Arbeit, Heilpädagogik und Kindheitspädagogik zusammenbringen, interkulturellen Austausch fördern und europäische Zusammenarbeit ganz praktisch erfahrbar machen. Die Teilnahme ist bewusst flexibel gestaltet – einzelne Etappen können individuell gewählt werden, um möglichst vielen Studierenden die Teilnahme zu ermöglichen.
Organisiert wird die Tour weitgehend von den Studierenden selbst. Damit wird sie zugleich zu einem Lernraum: Planung, Kooperation und Verantwortung werden hier unmittelbar erlebbar. Ergänzt wird das Programm durch gemeinsame Übernachtungen, lokale Aktivitäten und Möglichkeiten zur Vernetzung über das Radfahren hinaus.
Interessierte Studierende sind herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen und die Tour mitzugestalten. Die nächste Gelegenheit dazu bietet das Treffen am 15. April 2026.
Ein Projekt, viele Perspektiven
Ob im fachlichen Diskurs über Künstliche Intelligenz oder bei der gemeinsamen Planung einer internationalen Radtour, CELIS zeigt, wie vielfältig Bewegung in der Sozialen Arbeit gedacht werden kann. Es geht um neue Technologien und neue Wege der Zusammenarbeit, um Reflexion und Begegnung, um Denken und Handeln. Oder anders gesagt: CELIS bringt Menschen in Bewegung: im Kopf und über Grenzen hinweg.
Ansprechperson
Julia Gestrich