Forschende entwickeln Konzepte für die stationäre Langzeitpflege
Wie lassen sich akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen (AqP) optimal in Pflegeteams integrieren und wie können davon alle Beteiligte profitieren? Dieser zentralen Frage ging das Forscher*innenteam der KH Freiburg und der Hochschule Furtwangen kürzlich nach. Im Rahmen eines partizipativen „World Cafés“ entwickelten Wissenschaft und Praxis gemeinsam innovative Ansätze für die stationäre Langzeitpflege.
Die Anforderungen in der stationären Langzeitpflege werden immer komplexer. Um die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern, spielt der Einsatz von akademisch qualifizierten Pflegekräften eine Schlüsselrolle. Doch wie sieht die Zusammenarbeit in Teams mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus konkret aus?
Im Rahmen des Forschungsprojekts „AqP – Akademische Pflege und erweiterte Pflegepraxis in der stationären Langzeitpflege“, das von Prof.in Dr. Konopik und Prof. Dr. König geleitet wird, besuchten die Forschenden der Katholischen Hochschule (KH) Freiburg und der Hochschule Furtwangen (HFU) eine kooperierende Pflegeeinrichtung. Das Ziel: Gemeinsam mit den Praktike*innen vor Ort Lösungen für die Pflege der Zukunft zu entwickeln.
Dialog auf Augenhöhe: Das World Café als Innovationsmotor
Mithilfe der partizipativen Methode des „World Cafés“ wurde die Einrichtung kurzerhand zum Diskussionsforum. Das Besondere an diesem Format: Mitarbeitende aller Qualifikationsstufen – von der Pflegeassistenz bis zur Pflegedienstleitung – tauschten sich innerhalb verschiedener Methodenphasen direkt mit dem Forscher*innenteam aus.
Im Fokus des gemeinsamen Austausches standen drei Kernfragen:
- Wer macht welche Aufgaben aktuell?
- Konfontation mit der Forschung: Was macht es mit Ihnen, wenn Sie hören, dass….
- Versorgungssituationen in der Langzeitpflege zunehmend komplexer werden?
- die Klinikeinweisungen durch den Einsatz der akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen abnehmen.
- es gibt bislang keine Tätigkeitsbeschreibungen für akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege gibt?
- In welchen Situationen benötigen Sie Unterstützung? Wo könnten aqP unterstützen? Wo braucht es deren Kompetenzen?
Perspektiven aus der Praxis für die Praxis
„Die Methode erlaubt es uns, alle Beteiligte aktiv einzubeziehen und eine echte Innovationskultur zu fördern“, so Theresa Laschewski, Akademische Mitarbeiter*in der KH Freiburg. Durch die Zusammenführung der vielfältigen Praxiserfahrungen konnten bereits erste konkrete Ideen für eine zukunftsorientierte Gestaltung der Pflege entwickelt werden.
Hintergrund zum Projekt AqP
Das Projekt „AqP“ ist eine Kooperation der KH Freiburg und der Hochschule Furtwangen und wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert. Mit einer Laufzeit von 2024 bis 2027 verfolgt es das Ziel, ein tragfähiges Implementierungskonzept zu entwickeln, das stationären Einrichtungen hilft, akademische Kompetenzen gezielt in ihre Versorgungsstrukturen zu integrieren.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der offiziellen Projektseite: www.kh-freiburg.de/aqp
Ansprechperson
Theresa Laschewski