KH Freiburg
Lara Graupner, Wiebke Göhner und Ines Himmelsbach präsentierten ihre Meta-Analyse zur Wirksamkeit app-basierten Beckenbodentrainings.
Wie wirksam ist digitales Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz? Mit dieser Frage beschäftigten sich Lara Graupner, Wiebke Göhner und Ines Himmelsbach von der Katholischen Hochschule Freiburg (KH Freiburg) beim 25. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung in Köln. In der Postersession zur Frauengesundheit präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Meta-Analyse zum app-basierten Beckenbodentraining.
Vom 23. bis 25. September 2026 fand an der Uniklinik Köln der 25. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) unter dem Motto „Menschen. Beziehungen. Organisationen. 25 Jahre gemeinsame Versorgungsforschung“ statt. Kongresspräsidentinnen waren Prof. Dr. Lena Ansmann und Prof. Dr. Nicole Ernstmann von der Universität zu Köln. Die wissenschaftliche Leitung lag beim Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e. V. (DNVF); Kooperationspartner war das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz.
Das Kongressprogramm umfasste fünf Themenstränge: „Menschen“, „Organisationen“, „Gemeinsam“, „Wissen schaffen“ und „Shared Learning“. Im Mittelpunkt standen unter anderem die patient*innenzentrierte Versorgung, die Weiterentwicklung von Versorgungsorganisationen, partizipative Forschung sowie der internationale Austausch in der Gesundheitsversorgung.
Forschung zur Frauengesundheit: Digitale Angebote auf dem Prüfstand
Die KH Freiburg war in der Postersession zur Frauengesundheit vertreten. Thematisiert wurden dort unterschiedliche Versorgungsbedarfe, unter anderem bei Endometriose, Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaft und Schwangerschaftsverlust. Auch Ansätze zur Förderung des Selbstmanagements, der psychischen Gesundheit und der interprofessionellen Zusammenarbeit standen im Fokus.
Lara Graupner, Wiebke Göhner und Ines Himmelsbach stellten ihr Poster „Digitales Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz – was wirkt, und warum?“ vor. Dafür werteten sie sechs randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1.177 Teilnehmerinnen aus.
Das zentrale Ergebnis der Meta-Analyse: App-basiertes Beckenbodentraining kann vergleichbar wirksam sein wie angeleitetes Training. Für eine regelmäßige Durchführung erwiesen sich insbesondere Erinnerungsfunktionen und Selbstmonitoring als vielversprechende Ansätze. „Digitale Angebote eröffnen die Chance, Beckenbodentraining flexibler in den Alltag zu integrieren. Unsere Ergebnisse zeigen zugleich, dass es darauf ankommt, wie solche Anwendungen gestaltet sind, damit sie Frauen tatsächlich bei einem regelmäßigen Training unterstützen“, erklärt Lara Graupner von der KH Freiburg.
Evidenz für die Weiterentwicklung digitaler Gesundheitsangebote
Die Ergebnisse liefern eine wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung und Bewertung digitaler Anwendungen zur Unterstützung des Beckenbodentrainings. Sie sind auch im Zusammenhang mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) relevant. Dabei zeigen die Befunde, welche Funktionen bei der Gestaltung solcher Angebote besonders berücksichtigt werden könnten, um Nutzerinnen bei der regelmäßigen Durchführung ihres Trainings zu unterstützen.
Die Teilnahme am DKVF bot die Möglichkeit, die Forschungsergebnisse in den fachlichen Austausch zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung einzubringen. Der Kongress unterstrich damit die Bedeutung einer evidenzbasierten Versorgungsforschung, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Bedürfnissen von Patient*innen und den Anforderungen der Versorgungspraxis verbindet.
Ansprechperson
Lara Graupner
Prof.in Dr. Wiebke Göhner-Barkemeyer