Forschung

Inklusion im Austausch

Gruppenbild des Austauschs über das Forschungsprojekt "EuBiBaM" vor dem Bahnhof Himmelreich

Besuch aus Tschechien brachte neue Impulse für inklusive Berufsbildung, Barrierefreiheit und internationale Zusammenarbeit

Vom 20. bis 24. Juli durfte die Katholische Hochschule Freiburg Šárka Káňová von der Westböhmischen Universität Pilsen begrüßen. Als Leiterin des Bereichs Sonder- und Inklusionspädagogik forscht sie intensiv zu beruflicher Teilhabe. Praktische Erfahrung bringt sie ebenfalls mit: Sie war maßgeblich am Aufbau des inklusiven Café-Restaurants Kačaba in Tschechien beteiligt – eine ideale Grundlage für den fachlichen Dialog.

Der Besuch fand im Rahmen des Projekts „EuBiBaM – Europäische Berufsbildung für junge Erwachsene mit intellektuellen Behinderungen als Brücke in den allgemeinen Arbeitsmarkt“ statt. Ziel des Projekts ist es, den internationalen Austausch zu fördern und innovative Ansätze für eine inklusive berufliche Bildung und nachhaltige Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt weiterzuentwickeln.

Freiburg neu wahrnehmen: Perspektivwechsel in der Altstadt

Ein Highlight der Woche war die barrierefreie Stadtführung mit Gabriela Hartmann. Als Gästeführerin bietet sie barrierearme Stadtführungen durch Freiburg für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen an und vermittelt ihr Wissen auch an Gästeführerinnen und Gästeführer, die sich im Bereich Barrierefreiheit weiterbilden möchten. Dank spezieller Simulationsbrillen schlüpften die Teilnehmenden in die Rolle von Menschen mit Seheinschränkungen und erlebten Freiburg aus einer neuen Perspektive. Ob geschliffene Pflastersteine, taktile 3D-Modelle des Münsters und der Alten Synagoge oder Stadtpläne in Brailleschrift – unmittelbar wurde erfahrbar, wie entscheidend barrierefreie Stadtgestaltung und ein zugänglicher öffentlicher Nahverkehr für echte Teilhabe sind.

Hofgut Himmelreich: Inklusion im Gastronomiealltag

Den Abschluss des Programms bildete die Exkursion zur Akademie Himmelreich in Kirchzarten. Das gemeinsame Mittagessen im Restaurant des Hofguts bot hierfür den passenden Rahmen: Das Hofgut Restaurant ist ein gelungenes Beispiel für gelebte Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich im Service und in der Küche zusammen. So entsteht ein Umfeld, in dem Vielfalt und Wertschätzung im Arbeitsalltag praktisch verankert sind.

Im Anschluss stellte Regina Rhode die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB-Reha) vor. Diese richtet sich an junge Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und Lernschwierigkeiten. Durch die Kombination aus Unterricht an der Akademie und 12-monatigen Betriebspraktika bauen die Jugendlichen fachliche wie soziale Kompetenzen auf, gewinnen Selbstvertrauen und bereiten sich gezielt auf den Berufseinstieg vor.

Darüber hinaus wurden die verschiedenen Arbeits- und Qualifizierungsangebote des Hofguts Himmelreich vorgestellt. Besonders beeindruckend war das inklusive Gesamtkonzept, das Bildung, Qualifizierung und gelebte Praxis miteinander verbindet. Das Hofgut mit seinem Restaurant und weiteren Arbeitsbereichen zeigt eindrucksvoll, wie Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam arbeiten, voneinander lernen und nachhaltig voneinander profitieren.

Fazit

Das Zusammenspiel aus Bildung, Qualifizierung und realer Arbeitswelt auf dem Hofgut zeigt, wie Inklusion gelingen kann. Der fachliche Austausch im Rahmen des Projekts EuBiBaM bot zahlreiche wertvolle Impulse und stärkte die internationale Zusammenarbeit für eine inklusive berufliche Bildung.

Ansprechperson

Gregor Renner, Professor der KH Freiburg

Prof. Dr. phil. Gregor Renner

Professor

Hatice Eldiven, KH Freiburg

Hatice Eldiven

Akademische Mitarbeiterin

Hannah Speth, KH Freiburg

Hannah Speth

Akademische Mitarbeiterin

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