Weltweit vernetzt: Ein Rückblick auf die Forschungsreise der KH Freiburg: Wie Masterstudierende und lokale Partner gemeinsam Impulse für die inklusive Frühbildung entwickelten.
Von der empirischen Feldforschung in Battambang bis zum fachpolitischen Dialog in Phnom Penh: Im Februar 2026 gestalteten Studierende des Masters Heilpädagogik der KH Freiburg aktiv den fachlichen Austausch mit Partner*innen in Kambodscha. Im Rahmen von „Erasmus+ KA171“ arbeiteten sie gemeinsam mit dem Saint Paul Institute (SPI) an Perspektiven für eine inklusive frühkindliche Bildung.
Empirische Feldforschung: Inklusion an der Basis
Der fachliche Kern der Reise lag in einer zehntägigen empirischen Phase in der Provinz Battambang. Sara Duendar, Antonia von Maydell, Clara Jacob und Theresa Poscharsky, vier Masterstudierende der Heilpädagogik der KH Freiburg arbeiteten hier Hand in Hand mit acht Studierenden und Prof. Gnim vom Saint Paul Institute (SPI).
In Kooperation mit Caritas Cambodia und KARUNA Battambang untersuchten sie unterschiedliche Modelle der Frühförderung. Der Fokus lag dabei auf der Analyse von Unterstützungsbedarfen bei Kindern mit schweren Beeinträchtigungen. Die heilpädagogische Datenerhebung umfasste:
- Inklusive Lernsettings: Beobachtungen in Kindertagesstätten und Schulen, die bereits gemeinsame Bildungsangebote für Kinder mit und ohne Behinderung umsetzen.
- Sozialraumorientierung: Besuche in Community Resource Centres, um die lokale Infrastruktur der Förderung zu bewerten.
- Home-Based Care: Intensive Einblicke in die Arbeit mit Familien direkt vor Ort, um die Barrieren und Potenziale der häuslichen Unterstützung zu verstehen.
Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglichte es den Studierenden, theoretische Konzepte der Heilpädagogik mit der kambodschanischen Praxis abzugleichen und einen interkulturellen Forschungsansatz zu verfolgen.
Internationaler Fachdiskurs in Takeo
Die gewonnenen Daten bildeten das Fundament für ein vertiefendes Fachseminar am Saint Paul Institute in Takeo. Unter Beteiligung der Royal University of Phnom Penh (RUPP) und des National Institute of Social Affairs (NISA) wurden zentrale heilpädagogische Themen debattiert:
- Strategische Inklusion: Das Kombodaschische Bildungsministerium (MoE) referierte über Herausforderungen und Ziele im Bereich der frühkindlichen Bildung.
- Mental Health & Awareness: Das Centre for Child and Adolescent Mental Health (CCAMH) beleuchtete die gesellschaftliche Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen und Strategien zur Bewusstseinsbildung. Dabei wurde hervorgehoben, dass Stigmatisierung häufig aus mangelndem Wissen, Unsicherheit im Umgang mit Behinderungen sowie aus tief verwurzelten gesellschaftlichen Vorurteilen entsteht.
- Transferleistung: In einem direkten Austausch wurden Best-Practice-Beispiele aus Deutschland präsentiert und auf ihre Adaptierbarkeit im kambodschanischen Kontext geprüft.
Feierlicher ERASMUS+ Kick-off auf dem Mekong
Den Abschluss der Reise und zugleich offiziellen Startschuss der Kooperation bildete eine Gala am 26. Februar 2026 auf der „Kanika Boat“ in Phnom Penh. Vor rund 39 Teilnehmern betonten Vertreter beider Länder die Relevanz dieser ERASMUS+-Partnerschaft.
H.E. Dr. Som Ratana (Staatssekretär im Ministry of Education, Youth and Sport), der Kanzler des SPI, Bischof Olivier Schmitthaeusler sowie Dr. Gidon Windecker (Deutsche Botschaft) würdigten das Projekt als einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Professionalisierung der Sozialen Arbeit und Heilpädagogik in Kambodscha.
Seitens der KH Freiburg wurde die Kooperation maßgeblich durch Naomi Hiroe-Helbing (International Office) initiiert, koordiniert und offiziell vertreten. Begleitet wurde sie von den Professoren i.R. Dr. Edgar Kösler und Dr. Jens Clausen.
Mit dieser Reise wurde nicht nur ein Forschungsprojekt realisiert, sondern ein nachhaltiges Netzwerk zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik geknüpft, das die inklusive Bildung in Kambodscha langfristig stärken wird.
Ansprechperson