Solidarität mit der Ukraine

Seit 2010 finden im Kontext unserer Partnerschaft mit der Jurij-Fedkovych-Universität in Czernowitz in der Westukraine binationale Seminare unter Beteiligung von Lehrenden und Studierenden beider Hochschulen statt. Im Mittelpunkt der Seminare standen unter anderem die Themen der Entwicklung von zivilgesellschaftlichem Engagement, um Demokratisierungsprozesse und anderes mehr. In den Seminaren wurde nicht nur engagiert gearbeitet. Aus Kontakten wurden Freundschaften. Studierende gingen zum Auslandssemester in die Ukraine, andere kamen von dort an die KH Freiburg. Professor*innen der KH Freiburg führten mit ukrainischen Kolleg*innen Projekte in Czernowitz durch, Auslandsaufenthalte von Dozierenden fanden statt. Das Lernen von und mit anderen hatte seinen Ort in einer Partnerschaft, die von Leben erfüllt war.

Mit Entsetzen müssen wir nun erleben, dass auch im 21. Jahrhundert der Frieden unter den europäischen Völkern prekär ist. Die Bilder aus Kiew machen betroffen: Der Krieg in der Ukraine wird Opfer auf allen Seiten fordern. Einmal mehr wird bewusst: Ohne die Anerkennung der Menschenrechte wird es nicht möglich sein, dass die Völker der Welt in Frieden miteinander leben können. Wir sehen uns dort zum Widerstand verpflichtet, wo Menschen ihre Rechte genommen werden, und zum konkreten Engagement herausgefordert, wo unser Beitrag zum Frieden gefragt ist.

In Gedanken bei den Menschen in der Ukraine, deren Recht auf Selbstbestimmung mit einer unhaltbaren Aggressivität in Frage gestellt wird, erklären wir unsere Solidarität mit allen, die Frieden wollen und sich für die Demokratie engagieren. Und wir erklären unseren Willen zur Fortsetzung einer Partnerschaft, die uns keiner nehmen darf.

Wir verbinden unsere Solidarität mit den Bürger*innen der Ukraine mit konkreter Hilfe, wo wir können. Mit Dankbarkeit erleben wir die große Hilfsbereitschaft auch an unserer Hochschule. Um möglichst effektiv helfen zu können, wenden wir uns aktuell auch an unsere Netzwerkpartner: die Caritasverbände und die Stadt Freiburg. Mit ihnen sprechen wir derzeit die Möglichkeiten der Hilfe ab. Aktuelle Informationen finden Sie unten.


Appell des Rektors der Jurij-Fedkovych-Universität

unterstützungsmöglichkeiten

Wohnraum

Dringend gebraucht wird vor allem Wohnraum für Geflüchtete.
Flüchtlinge aus der Ukraine kommen in Freiburg in der LEA an. Die Verantwortlichen dort verweisen auf nachfolgende Website, über die man Wohnraum anbieten kann: https://elinor.network/.
Kunsttherapeutisches Angebot

Wer kunsttherapeutische Angebote für geflüchtete Kinder unterstützen möchte, wendet sich bitte an monika.wigger@kh-freiburg.de.

SpendenSpenden über Caritas International
Seit langer Zeit ist Caritas International in der Ukraine tätig. Dort gut vernetzt und mit den Herausforderungen vor Ort vertraut, hilft Caritas International in der aktuellen Krise im Verbund mit anderen Hilfsorganisationen. Caritas International berichtet auf der Homepage von den unterschiedlichen Hilfsangeboten. Auf www.caritas.de und www.caritas-international.de gibt es darüber hinaus viele konkrete Hinweise, wie Hilfe möglich ist.
Dort teilt Caritas International mit: „Besonders Kinder, Frauen und pflegebedürftige, alte Menschen leiden unter den Strapazen der Flucht und dem Verlust der Heimat. Gemeinsam mit der Caritas Ukraine kümmern wir uns um sie. Sie erhalten das Notwendigste zum Überleben: Nahrungsmittelpakete, warme Kleidung und Decken, medizinische und psychologische Unterstützung, einen Platz zum Schlafen. Die Partnerorganisationen in der Ukraine können bei ihrer Hilfe für die Kriegsbetroffenen auf wertvolle Erfahrungen zurückgreifen: Schon seit 2014 hat die Caritas Ukraine den notleidenden Menschen in der sogenannten Pufferzone nahe der Separatistengebiete Donetsk und Luhansk beigestanden und sich um Kriegsflüchtlinge gekümmert.“

Falls Sie spenden wollen, sollten Sie folgende Grundregel beachten: Alles vermeiden, was den Druck auf die Helfer*innen erhöht. Aufgrund des großen Koordinationsaufwand sollen Sachspenden vermieden werden, außer es wird explizit dazu aufgerufen. Grundsätzlich werden die notwendigen Hilfsgüter vor Ort beschafft, daher sind Geldspenden hochwillkommen.

Empfänger: Caritas International
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
Verwendungszweck: "Ukraine-Krieg - CY01026"

Spenden für die Stiftung „Neue Familie“ in Czernowitz/ Ukraine
Über die binationalen Seminare mit der Jurij-Fedkovych-Universität Czernowitz ist die KH Freiburg schon seit vielen Jahren in Kontakt mit der NGO „Neue Familie“. Schon seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen im Donbass und nach der Besetzung der Krim im Jahr 2014 unterstützt die „Neue Familie“ Binnenflüchtlinge und Menschen, die zu den ca. 25% unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerungsgruppen zählen.
In der aktuellen Situation fährt Tanja Bereshna, Gründerin und Direktorin der Stiftung „Neue Familie“, mehrmals pro Woche über die rumänische Grenze, um für die in Czernowitz angelandeten Kriegsflüchtlinge Arzneimittel und Lebensmittel, Socken, Unterwäsche und Hygieneartikel zu kaufen. Damit werden die Menschen unterstützt, die ihre Wohnungen und Häuser verlassen haben und vor dem Krieg in die Westukraine geflohen sind, aber im Land bleiben wollen oder müssen. In der Stiftung „Neue Familie“ sind Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen, aber auch engagierte Studierende der Jurij-Fedkovych-Universität Czernowitz und Freiwillige tätig, die sich an dem für ihre Arbeit zentralen Leitspruch orientieren: „Tu was Du tun kannst, mit dem was Du hast, dort wo Du bist“.

Durch gezielte Geldspenden an die „Neue Familie“ kann deren wichtige Arbeit mit Kriegsflüchtlingen in der Ukraine unterstützt werden. Die Mittel erreichen die Stiftung schnell über ein eigenes Spendenkonto des Fördervereins „Zentrum Gedankendach“ und wir erfahren auch, wofür sie verwendet werden.

Empfänger: Förderverein Zentrum Gedankendach e.V.
IBAN: DE20 6609 0800 0018 1482 87
Verwendungszweck: "Support Czernowitz"


Zur Transparenz:

Bis Ende Mai 2022 insgesamt 1.750.- EUR eingegangen, gespendet von Kolleg*innen und Studierenden der KH Freiburg. Aufgestockt auf runde 2.000.- EUR wurde diese Summe Anfang Juni an Tanja Bereshna, der Geschäftsführerin der NGO „Neue Familie“, direkt übergeben. Nun hat sich Fr. Bereshna mit einem Dankschreiben und einem Bericht bei Frau Kricheldorff gemeldet, in dem sie über die Verwendung dieser Mittel berichtet. 

Sie schreibt in ihrer Mail:

Vielen Dank, dass Ihr uns geholfen habt. Während des Krieges gibt es so viel Trauer um uns herum. Obwohl Czernowitz nicht betroffen war, kamen viele Flüchtlingen in unsere Stadt. Und wir warten auf mehr. Der Herbst und dann der Winter stehen vor der Tür. Im Osten der Ukraine wurden alle kommunalen Betriebe zerstört, und es wird kein Licht, keine Wärme und kein Wasser geben. Die Bevölkerung wurde dringend in die Westukraine evakuiert. Wir haben also genug zu tun.
Seit Beginn des Krieges begannen wir mit Flüchtlingen zu arbeiten. Meistens mit Kindern, aber auch mit Erwachsenen, wenn nötig. Aber meistens mit Kindern. (…) Wir hatten zuerst acht Flüchtlingsunterkünfte, aktuell sind es noch fünf in der Stadt und eine in Kizman - 20 km von der Stadt entfernt. Außerdem gehen wir einmal im Monat in ein Waisenhaus aus Charkiw, das jetzt in den Karpaten liegt - 50 km von der Stadt entfernt.
Diesen Kindern bringen wir Süßigkeiten, Kekse und Schreibwaren. Wir haben für sie Brettspiele, Badminton, eine Tischtennisplatte, Bälle und Schläger, Schach, Dame und Bücher auf Ukrainisch gekauft. Wir schenken der Freizeitgestaltung viel Aufmerksamkeit, denn es ist sehr wichtig für die Jugendlichen, sich zu bewegen und Sport zu treiben. Wir sehen viele Eltern, die wochenlang nicht aus dem Haus gehen, liegen und an die Decke starren. Sie befinden sich in einem Stupor. Die Kinder sind oft sich selbst überlassen und es ist sehr wichtig, sie zu beschäftigen. Deshalb haben wir Tischtennis gekauft. Das bringt die Kinder näher zusammen, ebenso wie die Gruppenspiele. Und es besteht eine große Nachfrage nach Büchern. Und sie sind teuer.
Wir haben von Zeit zu Zeit Probleme mit dem Diesel. Alle militärischen Geräte, Autos und alle landwirtschaftlichen Maschinen werden mit Diesel betrieben. Oft können wir kein Benzin kaufen, also tanken wir nicht nur die Autos, sondern kaufen auch Treibstoff in Kanistern. Unsere Arbeit findet in der ganzen Stadt und darüber hinaus statt. Ohne Treibstoff wären wir hilflos.
Am 16. August begannen wir unser traditionelles Sommerlager in den Karpaten im Dorf Sheshory. In diesem Jahr nehmen 59 Personen an dem Lager teil, darunter 6 Mitarbeiter der Stiftung. Mehr als die Hälfte der Kinder in diesem Jahr sind Flüchtlinge aus den Kindergruppen, mit denen wir zusammenarbeiten. (…) Mit Deinem/ Euren Geld haben wir auch einen Bus gebucht, der alle zum Camp bringt und am 23. August wieder nach Czernowitz zurückbringen wird.
Ein großes Dankeschön und liebste Grüßen an alle, die uns unterstützen
Herzlichst

Tanja Bereshna