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22.06.17

Die Zukunft ist digital

Gespräche in der fishbowl-Diskussion: v.l.n.r. Prof. Dr. Jens Clausen, Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Prof. Dr. Jürgen Schwab, Eva Maria Welskop-Deffaa (Deutscher Caritasverband). Foto: KH Freiburg

Beim sechsten Dialog am See diskutierten Studierende und Professor(inn)en über die Digitalisierung im Sozial-und Gesundheitswesen

Auch wenn viele Arbeitsabläufe im Sozial- und Gesundheitswesen nicht durch digitale Strukturen ersetzt werden können, haben bereits etliche IT-gestützte Kommunikations- und Assitenzsysteme Einzug in den Arbeitsalltag gehalten: Erinnerungshilfen für die Medikamenteneinnahme, computergesteuerte Prothesen, Hörbrillen, Online-Beratungsangebote.

Durch die Digitalisierung verändern sich auch jene Berufe, in denen das Beraten und Begleiten, die Pflege und Versorgung von Menschen im Zentrum stehen. „Quartiersarbeit, die nicht auf digitale Angebote zurückgreift, ist verstaubt“, sagt Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff. „Wenn wir uns nicht jetzt einmischen, machen es andere. Da müssen wir gegensteuern.“ Auch in die Verwaltung der Hochschule hat Digitalisierung unlängst Einzug gehalten und ist Gegenstand von Lehre und Forschung. 

Am 21. Juni lud die Hochschulleitung Studierende, Professor(inne)n und Vertreter(inne)n von Praxiseinrichtungen in das Bürgerhaus Denzlingen ein, um einen Tag lang die Digitalisierung im Sozial-und Gesundheitswesen zu fokussieren und als strategischen Prozess in der Weiterentwicklung der Hochschule in den Blick zu nehmen. 

Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der Digitalisierung für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind? Wie kann Digitalisierung zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und Selbstbestimmung beitragen? Und was bedeutet das für unsere Hochschule: Welche Kompetenzen werden Absolvent(inn)en in ihrem Berufsalltag benötigen? Wie kann sie die Katholische Hochschule darauf vorbereiten? 

Den Impulsvortrag zum Thema hielt Prof. Dr. Christophe Kunze von der Hochschule Furtwangen. In drei Arbeitsgruppen wurde anschließend die Digitalisierung in der Heilpädagogik, Pflege und Sozialen Arbeit diskutiert. Die Leitung erfolgte durch Prof. Dr. Christophe Kunze, Katja Werner, AAL-Projektkoordinatorin beim Deutschen Caritasverband und Prof. Dr. Peter König von der Hochschule Furtwangen. 

Die Ergebnisse machten die Chancen und Risiken der Digitalisierung ebenso sichtbar, wie die Notwendigkeit, das Thema noch stärker in Lehre, Forschung, Weiterbildung und Verwaltung zu verankern. Gemeinsam wurden Ansätze und Ideen für die Weiterentwicklung der Hochschule entwickelt: Medienbildung soll stärker Eingang in die Curricula erhalten, wissenschaftliche Weiterbildungen und Forschungsprojekte werden zunehmend auch auf diesen Bereich fokussieren. 

Immer wieder wurde auch die Frage nach Teilhabechancen und Gerechtigkeit in der digitalisierten Welt diskutiert. Wer hat Zugang zu den neuen Technologien? Führt die Vermarktung der Produkte zu einer Kommerzialisierung, die Solidargemeinschaften verdrängt? In dem Wissen um die Ambivalenzen der Technologisierung sollen Studierende der Katholischen Hochschule auch darin ausgebildet werden, diese Gegensätze ethisch zu bewerten.

Für Prof. Dr. Ulrike Thielhorn, Studiengangsleiterin des B.A. Management im Gesundheitswesen, hat sich der Tag sehr gelohnt: „Wir nehmen viele Anregungen und Fragestellungen mit, der Blick hat sich geweitet.“ Auch Marvin Derst, Student der Sozialen Arbeit, bewertet den Dialog am See sehr positiv: „Es war eine sehr gute Möglichkeit, sich mit Dozenten auf gleicher Ebene auszutauschen und eine erfreuliche Abwechslung zum Studienalltag. So viele unterschiedliche Meinungen kamen zusammen, da ist es echt bereichernd, gemeinsam darüber nachzudenken, wie es läuft und was man verändern kann.“ 

Erste Schritte geht die Katholische Hochschule sofort: Es ist angedacht, eine studiengangsübergreifende Professur im Bereich digitaler Teilhabe zu installieren.

 
 
   
 
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