Studienpreis des DAAD

DAAD -  Deutscher Akademsciher Austauschdienst         
Laudatio:
 Prof.in Dr. Stephanie Bohlen            
            
Preisträger: Orhan Nassif            
Preis in Höhe von 1000 EUR            

Für Besonderes Engagement im sozialen Bereich der Flüchtlingshilfe

Herr Orhan Nassif erhält den DAAD-Preis 

für hervorragende Leistungen internationaler Studierender an den deutschen Hochschulen. Dieser Preis soll dazu beitragen, denen, die aus einem anderen Land kommend an einer deutschen Hochschule studieren, „Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden“. Neben den hervorragenden Studienleistungen würdigt der Preis außerordentliches Engagement der Studierenden.

Die Intention, die mit dem DAAD-Preis verbunden ist, regt dazu an, die Lebensgeschichte von Herrn Orhan Nassif zu thematisieren. Sie ist paradigmatisch für eine bedeutende Anzahl derer, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen oder kommen. Geboren in Damaskus, hat Herr Nassif 2013 auf den zunehmenden Druck der Al Assad Truppen mit der Flucht in die Türkei und von dort aus in die Bundesrepublik Deutschland reagiert. 

Die Geschichte von Herrn Nassif ist aber nicht nur eine Geschichte von Flucht, Abschied von der Heimat und Ankunft in einem Land, von dem man nicht weiß, was es bieten wird. Sie erzählt auch von einem außerordentlichen sozialen Engagement. Sowohl in seiner Heimat als auch der Türkei hat sich Herr Nassif für die, die von dem Krieg in Syrien betroffen waren, engagiert, zunächst in der Ausbildung von Fachkräften für die psychologische Betreuung von traumatisierten Kindern, danach im Aufbau eines Teams mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden, das die vom Krieg betroffenen Menschen auf vielfältige Weise unterstützt hat, und schließlich in der Türkei als Mitarbeiter in einer Organisation an der syrischen Grenze, die von dort aus Güter, die zum Leben gebraucht werden, nach Syrien geschafft hat.

Herr Nassif musste zwar seine Heimat verlassen. Aber er hat von dort die Bereitschaft zu einem herausragenden Engagement für soziale Belange, das ihn auszeichnet, mitgebracht. Nach seiner Ankunft in Deutschland war Herr Nassif in einer Erstaufnahmestelle tätig, in der er den Flüchtlingen dabei geholfen hat, die Ressourcen zu erhalten, die sie für ein menschenwürdiges Leben brauchen. Nach eigener Auskunft waren die Erfahrungen dort für ihn ein entscheidender Impuls, um die Professionalisierung seines Engagements durch ein Studium anzustreben.

Im Oktober 2017 hat Herr Nassif das Studium der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Freiburg aufgenommen. Er studiert aktuell im 7. Semester. Daneben arbeitet er als Honorarkraft bei pro familia, vorrangig mit geflüchteten Männern und in einem Projekt des E-Werks, das die Pluralität der Gesellschaft sichtbar und erlebbar machen will. 

Eigens hervorzuheben ist, dass Herr Nassif Mitglied im Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) ist, und sich in dessen Hochschulgruppe auch politisch für die Soziale Arbeit als unverzichtbare Profession in unserer Gesellschaft engagiert. Als Hochschule danken wir Herrn Nassif auch dafür, dass er sich auch an der Betreuung unserer incomings beteiligt und auch dort seine beachtlichen interkulturellen Kompetenzen einbringt. 

Die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis verdient Herr Nassif aber nicht nur aufgrund des außerordentlichen Engagements, durch das er nicht nur die Hochschule bereichert. Er steht ihm auch zu aufgrund der Leistungen, die er im Studium erbringt. In den Lehrveranstaltungen erleben ihn Kolleg*innen als einen motivierten, an der Sozialen Arbeit interessierten und kritisch denkenden Studenten, dessen Studienerfolg außer Frage steht.

Darum darf ich Herrn Nassif auch im Namen aller Kolleg*innen zum DAAD-Preis herzlich gratulieren. Wir freuen uns, dass wir ihm diesen Preis verleihen dürfen im Wissen darum, dass das soziale Engagement, das Herr Nassif durch das Studium professionalisieren will, allerorten gebraucht wird: in Syrien und auch in Deutschland, gerade auch in Zeiten, in denen interkulturelle Kompetenz für eine Gesellschaft zu einem unverzichtbaren Gut geworden ist. Wir wünschen ihm für die Erarbeitung seiner Thesis, den Abschluss des Studiums und den Weg, der sich daran anschließen wird, alles Gute.

Freundliche Grüße

Prof.in Dr. Stephanie Bohlen
Rektorin

Laudatio Prof.in Dr. Stephanie Bohlen Rektorin der Katholischen Hochschule Freiburg
Copyright Prof.in Dr. Stephanie Bohlen, Katholische Hochschule Freiburg/ Bilger Fotodesign
Rector, Managing Director
Prof.in Dr. Stephanie Bohlen

Programm Highlights