Studienpreis des Caritasverbands der Erzdiözese Freiburg

Caritasverband der Erzdiözese Freiburg                
Laudation:
Herr Thomas Herkert                
                
Preisträgerin: Laura Holzer                
Preis in Höhe von 500 EUR                
                
Titel der Arbeit:                
Führung in der Eltern-Kind-Beziehung                
Eine Adaption der Führungsstile nach Daniel Goleman mit Hilfe                 
einer mehrstufigen Expertenbefragung                
                
Gutachterinnen: Frau Martina Finkler, Prof.in Dr. Traudel Simon                

Führung in der Eltern-Kind Beziehung

Wenn ein Erwachsener planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind ein erwünschtes Verhalten zu fördern – unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes – dann nennen wir das bisher Erziehung. Die Erfahrung zeigt, es gibt unterschiedliche Erziehungsstile. Sie lassen sich danach unterscheiden, wie stark dabei die individuellen Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden und wie sich die Autorität von Vater und Mutter ausgeprägt. 

Die von Frau Holzer in ihrer Masterthesis vorgenommene Übertragung von Führungsstilkonzepten in den Bereich der familiären Erziehung ist wissenschaftlich neu. Dennoch: Bei der Lektüre der Arbeit wurde mir mit dem Blick auf meine beruflichen Erfahrungen und auf mein familiäres Umfeld deutlich: Es gibt viele Parallelen zwischen Führungskräften und Eltern. Mit Kontrolle und Kommandos kommen beide nicht mehr weit. Führungs- und Erziehungsmodelle wie sie zum Teil in den 60er und 70er Jahren propagiert und auch dort schon kritisiert wurden, greifen heute nicht mehr. 

Wer es jedoch fertig bringt, Haltungen von Führung in die Eltern-Kind-Beziehung zu integrieren, der kann in diesem Miteinander Synergien erzeugen, die alle am Erziehungsgeschehen Beteiligten zugewandt vorankommen lässt. Die präzise auf dem Hintergrund eigener Erfahrungen recherchierte und systematisch aufgebaute Thesis ist trotz ihrer zunächst einfach anmutenden Aufgabenstellung eine gelungene wissenschaftliche Darstellung von großer Originalität. Sie belegt auf einem hohen Niveau: Erziehung bzw. die Eltern-Kind-Beziehung mit dem Blickwinkel ausgewählter Kategorien von Führung zu betrachten, kann in das Miteinander von Eltern und Kindern neue Dimensionen bringen. Sie stellen auch für die Einrichtungen der Erziehungsberatung eine große Bereicherung dar, da dadurch neue Gedankengänge in der Reflexion des Erziehungsverhaltens entwickelt werden können. Ich meine: Ein noch weitgehend zu hebender Schatz! Die Masterarbeit zeigt mit Sorgfalt und Fleiß die Wege, die dahin führen können auf. Wer sich auf diesen Weg einlässt, kann an einem Prozess mit- und aufbauen, durch den das Kind tagtäglich in seiner Entwicklung zur Selbständigkeit, Leistungsfähigkeit und Verantwortung angeregt wird. Ich gratuliere Frau Holzer zu Ihrer großartigen Masterarbeit!

Thomas Herkert
Diözesan-Caritasdirektor

 

Laudatio Thomas Holzer Diözesan-Cartitasdirektor

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