STabwechsel 2020

Gästebuch Abschied

Das Leben hat es gut mit mir gemeint. 1998 wurde ich als Professor an die damalige KFH berufen. Aufgewachsen in Zeiten als Pichts Denkschrift „Die deutsche Bildungskatastrophe“, die breite öffentliche Bildungsdiskussion in der Bundesrepublik bewegte, bin ich ein Beispiel für eine gelungene soziale Mobilität, die heute nicht mehr so selbstverständlich ist. Das Versprechen, dass nur die Leistung zählt und nicht die Herkunft, ist bis heute nicht eingelöst. Deshalb war es mir immer ein Anliegen, Bildungsgerechtigkeit zu befördern und hochschulische Lernmöglichkeiten zu schaffen, die hierzu beitragen.

Als gelerntem Pädagogen und Erziehungswissenschaftler war und ist es für mich bis heute eine große Freude, mit interessanten, klugen Studierenden in Seminaren zusammenarbeiten zu dürfen, Lehrer und Gesprächspartner zu sein und das Hineinwachsen in berufliche Karrieren oft auch ein Stück weit begleiten zu dürfen. In den 22 Jahren meiner Tätigkeit wurde die Studierendenschaft immer heterogener. Damit stiegen die Herausforderungen, aber auch die Chancen voneinander zu lernen. Wichtig dabei blieb für mich, einen hohen Leistungsanspruch zu vermitteln, gleichzeitig aber auch Erfahrungen zu ermöglichen, die Selbstvertrauen und Selbstwertschätzung stärken. In diesem Zusammenhang habe ich es immer als Verpflichtung unserer Hochschule betrachtet, strukturell Durchstiegsmöglichkeiten vom Bachelorstudium bis zur Promotion zu sichern. Dies geschieht über die Gestaltung der Curricula und kommt auch im Anspruch einer forschungsstarken Hochschule zum Ausdruck, wenn die propagierte „Einheit von Forschung und Lehre“ keine hohle Phrase sein soll. Dafür braucht es selbstverständlich hinreichend professorale Ressourcen, aber auch Vernetzung mit Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und zumindest ein zeitlich begrenztes, qualitätsgesichertes Promotionsrecht für einzelne forschungsstarke Professor*innen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

In den vergangenen 13 Jahren hat sich die Integration internationaler und interkultureller Dimensionen in Lehre, Forschung und Service an unserer Hochschule stetig weiterentwickelt. Es waren außerordentlich lernträchtige Erfahrungen, die Lebensbedingungen in anderen Ländern kennenzulernen. Nachhaltig eindrücklich und in Teilen emotional anrührend waren für mich dabei viele persönliche Begegnungen von Mensch zu Mensch. Dafür bin ich außerordentlich dankbar. Deshalb erscheint es mir in Zeiten der Globalisierung nicht nur unter beruflichen, sondern auch politischen Aspekten unerlässlich, Studierende zu motivieren, über den Tellerrand zu schauen und sich als Weltbürger zu verstehen.

Hochschulen sind Wissensorganisationen. Wissen ist ihr eigentliches „Kapital“. Dieses Wissen aber „gehört“ nicht der Organisation, sondern Personen. Deshalb hängt die Leistungsfähigkeit von Hochschulen von diesen Personen ab, die sich als Wissenschaftler*innen nicht nur an der eigenen Hochschule, sondern gerade auch an ihren wissenschaftlichen Communities orientieren. Dort erfolgt die Anerkennung als Experte/Expertin, die sich in einer entsprechenden Reputation in der Öffentlichkeit ausdrückt. Das bedeutet gleichzeitig, dass Führung und Management der Hochschule sie in besonderer Weise in die Entscheidungsbildung einbeziehen muss, zumal eine hierarchische Steuerung von Expert*innen aus vielen Gründen wenig zielführend erscheint. Hochschulen haben wie alle Wissensorganisationen damit ein grundsätzliches Steuerungsproblem. Sie sind als locker gekoppelte Systeme nämlich darauf angewiesen, dass die Organisationsmitglieder in weitgehender Eigenverantwortung ihre Leistung erbringen. Eine der grundlegenden Rahmenbedingungen und Voraussetzung dafür ist eine schlagkräftige, gut organisierte und professionell arbeitende Hochschulverwaltung, die ihrem Auftrag, Wissenschaft zu unterstützen und zu ermöglichen, nachkommt. Sie stellt die wesentlichen Unterstützungsleistungen für die Arbeit in Lehre, Forschung und Weiterbildung bereit. Deshalb liegt in einer guten, verlässlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe beider Bereiche ein entscheidender Erfolgsfaktor jeder Hochschule.

Aus diesem Grund erhält Vertrauen auch in diesem Kontext eine ganz wichtige Funktion. Sie verbindet die Führungsperson mit den Mitarbeitenden. Vertrauen bietet für mich eine Form der Selbstkontrolle, weil es eine verlässliche Beziehung markiert. Mir war wichtig, berechenbar zu sein, erlebbar zu sein als einer, der tut, was er sagt und der sagt, was er tut. Deshalb waren für mich die Kolleg*innen, gerade auch jene in Funktionen, immer ganz wertvolle Gesprächspartner*innen. Vertrauen bildete auch die entscheidende Basis für eine gute Kooperation mit den relevanten Partner*innen in Einrichtungen, in Verbänden, in der Stadt und im Land. Über die Jahre hat sich auf der Basis von Transparenz und Offenheit auf vielen Ebenen Vertrauen entwickelt. Unerlässlich ist hierfür die positive Unterstellung, dass die anderen ihr Bestes geben, sich an Spielregeln halten und zur Kooperation bereit sind.
Ebenso wichtig war mir immer eine dialogische Haltung in der Kommunikation. Diese zeigt sich im Einander zuhören und den anderen verstehen zu wollen, zusammen zu denken, zu reflektieren, Konflikte besprechbar zu machen, Kompromisse zu schließen, Lösungen zu finden, von denen alle profitieren, und dadurch gemeinsam zu lernen,
Mir ist klar geworden, wie entscheidend diese Qualität der Gespräche für Veränderungsprozesse ist. Wo Verständigung in einer Haltung der Wertschätzung erfolgt, werden überraschende Ressourcen frei, wie wir an der Beteiligung an den vielfältigen Aktivitäten zur Weiterentwicklung unserer Hochschule eindrücklich sehen können.

Organisationen haben im Allgemeinen nicht die Aufgabe Menschen glücklich zu machen, sondern strategische Ziele zu erreichen und qualitätsvolle Ergebnisse zu produzieren. Aber es hilft, wenn Menschen mit Freude und Zufriedenheit ihre Arbeit machen. Mir war es deshalb immer ein Anliegen, Mitarbeitende in ihrer unterschiedlichen Persönlichkeit und speziellen Gaben wahrzunehmen und sie nicht nur funktional im Kontext ihrer Aufgabenerfüllung zu betrachten, ihnen Entwicklungen zu ermöglichen und sie fair zu behandeln.

Hochschule bewegt sich in einem sich stark verändernden Feld mit großen politischen Herausforderungen, die von der Hochschulleitung bewältigt werden müssen. Über die ganzen dreizehn Jahre hinweg konnte ich die positive Erfahrung machen, mit den Rektor*innen der beiden evangelischen Hochschulen in Baden-Württemberg vertrauensvoll, in großer Offenheit und Transparenz zusammenzuarbeiten und abgestimmt politisch zu handeln. Ich bin überzeugt, dass wir nur gemeinsam unsere Interessen erfolgreich durchsetzen können.
Ein konstitutives Merkmal von Hochschule ist die Wissenschaftsfreiheit. Diese ist mehr als ein rein individuelles Grundrecht von Wissenschaftler*innen. Es meint vielmehr „die konkrete Freiheit eines sozialen Feldes durch dessen Organisation“ (Helmut Ridder). Prüfkriterium für eine der Wissenschaftsfreiheit verpflichteter Hochschulorganisation ist somit, ob mit ihr „freie“ Wissenschaft möglich ist und ungefährdet betrieben werden kann.
Vor diesem Hintergrund gilt mein besonderer Dank den Trägern der Hochschule, die seit gut 50 Jahren eine Hochschule finanzieren, die für die Bereiche des Sozialen, der Gesundheit und der Pastoral zukünftige Fachkräfte und wissenschaftlichen Nachwuchs ausbildet, und die die notwendigen Rahmenbedingungen und Ressourcen zur Verfügung stellen, die es ermöglichen, dass eine „freie“ Wissenschaft ungefährdet betrieben werden kann.

Und zu guter Letzt:
In den vergangenen 22 Jahren habe ich einen großen Teil meiner Lebenszeit in und für die Hochschule eingebracht. Es war eine Lebensphase voller Inspirationen, die mir vielfältige neue Perspektiven eröffnet hat. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden und Kooperationspartner*innen für die Wegbegleitung, die Begegnungen, die Herausforderungen und die Unterstützung in dieser Zeit.
Es freut mich sehr, dass am 1. September 2020 der Staffelstab an Frau Professorin Dr. Stephanie Bohlen übergeht. Über all die Jahre habe ich mit ihr, sei es als Dekanin des Studienbereichs Soziale Arbeit oder in den letzten sechs Jahren als Prorektorin für Lehre, vertrauensvoll zusammengearbeitet und sie als hochkompetente, sehr engagierte und nach innen und außen sehr gut vernetzte Kollegin schätzen gelernt.
Sie ist mit den Gegebenheiten und Kulturen unserer Hochschule bestens vertraut. Deshalb bin ich mir sicher, dass es ihr gelingen wird, die hervorragende Qualität unserer Hochschule in Lehre, Forschung und Weitebildung erfolgreich weiterzuentwickeln. Für ihre neue verantwortungsvolle Aufgabe wünsche ich ihr das Allerbeste und bei alledem Gottes reichen Segen.

Ihr
Prof. Dr. Edgar Kösler

Willkommen im "Gästebuch Abschied" zum Stabwechsel 2020!
EN
Welcome to the "Farewell Guestbook" of the Change of baton 2020!

zu den Beiträgen / contributions

Gästebuch neubeginn

Wo das anscheinend Widersprüchliche eins wird: Gedanken zum Abschied von Edgar Kösler

Zu seinem Amtsantritt wurde Prof. Dr. Edgar Kösler in der Badischen Zeitung vorgestellt. Der Artikel kündigt an, der neue Rektor sehe es als seine Aufgabe an, anscheinend Widersprüch-liches zu vereinen. In dem Artikel wird rasch klar, um welchen Widerspruch es geht: Da ist auf der einen Seite „das Katholische“ und auf der anderen Seite „der Markt“. Für die Hoch-schule, wird der Rektor zitiert, sei es an der Zeit, sich in einer Bildungslandschaft, die die Ge-stalt eines Marktes bekommen habe, auch wirtschaftlich zu bewähren. Dabei dürfe sie jene Orientierung nicht aufgeben, die sich aus einer christlichen Ethik ergebe. Die Redakteurin der Badischen Zeitung sieht im Rektor den, der einer solchen Aufgabe gerecht werden kann, die Frage, ob es sich nur dem Anschein nach um Widersprüchliches handelt, wird nicht beant-wortet. 

Es bietet sich an, den Blick zurück auf das Rektorat von Edgar Kösler zu verbinden mit der Frage, ob ihm das, was er sich selbst vorgenommen hatte, gelungen ist. War das Rektorat  von Edgar Kösler eine Zeit, in der die Profilierung der KH Freiburg im Ausgang von einer christlichen Wertorientierung und ihre Wirtschaftlichkeit so vereint werden konnten, dass die Hochschule auch künftig in der Bildungslandschaft bestehen kann?

Dass Edgar Kösler wirtschaftlich zu denken und handeln vermag, hatte er vor dem Antritt seines Rektorats unter Beweis gestellt. Nach seinem Studium für das Lehramt an Sonder-schulen war er als Sonderschullehrer tätig, um dann Sonderpädagogik mit dem Ziel der Pro-motion zu studieren. 1991 promoviert, hatte er eine Gastdozentur in Rostock inne, eher er erneut als Sonderschullehrer in Stuttgart tätig wurde. 1998 wurde er an die KH Freiburg für die Lehrgebiete Heilpädagogik/Management und Bildung berufen. Sowohl den Studiengang als auch den Fachbereich Management hat er geleitet. 2001 wurde er dann zum Prorektor und Leiter des Instituts für Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) ernannt. Unter seiner Leitung hat sich das IAF zu einer Einrichtung entwickelt, die nicht nur die Forschung an der KH Freiburg fördert, sondern zur Wirtschaftlichkeit der Hochschule beiträgt.
 
Um die Hochschule als Ganze wirtschaftlich zu stärken, hat Edgar Kösler nach seinem Amtsantritt als Rektor einen Prozess eingeleitet, der zur Folge hatte, dass die KH Freiburg statt 14 Studiengängen aktuell 6 Bachelor- und 2 Masterstudiengänge anbietet. Wo eine sol-che Entwicklung, die von wirtschaftlichen Bedingungen angeregt ist, mit der Konzentration der Hochschule auf gesellschaftlich relevante Studiengänge verbunden wird, rückt die Frage in den Fokus, was das „Kerngeschäft“ der Hochschule ist: Welche der Möglichkeiten, die sich ihr auf dem Bildungsmarkt bieten, sollen verwirklicht werden, um der Hochschule ihr Profil zu geben? Für Edgar Kösler konnte der Weg zur Beantwortung der Frage nach dem Profil einer Hochschule, die sich „katholisch“ nennt und der christlichen Ethik verpflichtet weiß, seinen Ausgang nur haben in der Reflexion über deren gesellschaftliche Relevanz. 

Als Edgar Kösler 2007 sein Amt antrat, waren die Studiengänge der KH Freiburg auf das ge-stufte System, auf das man sich in Bologna verständigt hatte, umgestellt. Doch der Wandel, auf den die Bologna-Reform zielte, hatte sich bislang in den Studiengängen der KH Freiburg nur begrenzt durchgesetzt. Noch war es eine Herausforderung, sich auf die geänderte Logik von Studienangeboten einzustellen, die Kompetenzorientierung der Studiengänge zu sichern, Module in Orientierung am DQR zu konzipieren, den Workload zu strukturieren und in ECTS zu rechnen. Edgar Kösler hat nicht nur alles darangesetzt, dass sich die Angebote der Hoch-schule durch eine hohe Qualität, die dann auch entsprechende Nachfrage rechtfertigt, aus-zeichnen. Er hat nicht nur zum Aufbruch bewegt und die Gruppe derer, die den Weg gehen wollten, geführt. Er hat auch die nie aus dem Blick verloren, denen der Weg zu steinig er-schien. 

Dabei bezog sich Edgar Köslers Wille zur Qualitätsentwicklung nie nur auf die Studiengänge, sondern stets auf die Hochschule als Ganze. Ihm ist zu verdanken, dass die Qualitätssiche-rung der Studiengänge an der KH Freiburg eingebettet wurde in ein System zur Qualitätssi-cherung und -entwicklung der gesamten Hochschule. 

2010 trat die KH Freiburg der European Foundation for Quality Management (EFQM) bei und gestaltet seitdem ihre Qualitätsentwicklung nach deren Logik. Auf dieser Basis wurde der-Hochschule nach der Institutionellen Akkreditierung im Jahr 2015 auch die Systemakkreditie-rung zugesprochen, was bestätigt, dass das Qualitätsmanagementsystem der Hochschule geeignet ist, um die Qualität der Studienangebote zu sichern. 2016 hat die EFQM der Hoch-schule das Siegel „Recognised for Excellence***“ verliehen, was nur möglich war, da die KH Freiburg mit ihren Studienangeboten für ihre Studierenden und Weiterbildungsteilnehmer Nut-zen schafft, und dabei wirtschaftlich solide geführt wird. Wirtschaftlichkeit, exzellente Qualität der Angebote und nachhaltiger Nutzen: Dafür, dass sie zu einem „Ganzen“ vereinbar sind, stand Edgar Kösler. Dabei ist zu verstehen, dass auch die Einführung des Qualitätsmanage-mentsystems an der KH Freiburg für alle, die an der Hochschule tätig sind, eine bedeutende Herausforderung darstellte. Wie die stete Weiterentwicklung der Qualität auch, gibt es kriti-sche Stimmen. Bedeutung für den Erfolg in der Einführung dürfte die Begleitung durch einen Rektor gehabt haben, der sich solchen Stimmen nicht verschließt, da er es vermag, in der Kritik auch die zu hören, die in solchen Veränderungsprozessen der Ermutigung bedürfen. 

In dem Artikel der Badischen Zeitung wird der neue Rektor als Schwabe mit Visionen vorge-stellt. Schwaben können bekanntlich „schaffen“. Das gilt auch für Edgar Kösler. Entwicklun-gen, die für die Hochschule und ihre Zukunft relevant sind, hat er initiiert, begleitet, moderiert, nicht nur im Kontext der Umsetzung der Strategie 2020. Es ist nahezu unmöglich, sich eine Zukunft der Hochschule ohne seinen unermüdlichen Einsatz vorzustellen. Aber Edgar Kösler war nicht nur ein „Schaffer“, sondern ein Visionär. Und die Visionen, die ihn dabei geleitet ha-ben, deuten sich an in jenen „Wertekacheln“, die im Auftakt zur Strategie 2020 erarbeitet wur-den. 

Doch Werte wollen nicht nur in Kacheln abgebildet werden, sie sollten im und durch das Han-deln derer, die in der Hochschule tätig sind, wirksam werden. Das gilt insbesondere für deren Leitung. Mit welcher Grundhaltung hat Edgar Kösler die Hochschule geleitet? Was war ihm von besonderem Wert? Als Antwort darauf darf man an erster Stelle seine Fähigkeit nennen, das, was andere ihm mitteilen wollen, auch zu hören. Man könnte auf diverse Aus- und Wei-terbildungen verweisen, in denen er sich diese Kompetenz angeeignet haben dürfte, unter anderem in Gesprächspsychotherapie, Familientherapie, Supervision und in der Organisati-ons- und Personalberatung. Sie alle stärken die Aufmerksamkeit auf das, was Menschen von sich aus mitteilen wollen. Sie fordern dazu heraus, sich die Grundhaltung anzueignen, sich anderen hörend zuzuwenden. Wer mit Edgar Kösler zu tun hatte, konnte erleben, dass Zuhö-ren und Leiten keine Gegensätze sind, sondern sich in erfolgreichem Management zu einem Ganzen vereinen. 

Ausdruck dafür, dass Edgar Kösler daran gelegen war, seinen Leitungsaufgaben in Gestalt eines zuhörenden Managements gerecht zu werden, dürfte auch das Bestreben sein, den Kontakt mit Vertreter*innen von sozialen Einrichtungen und Verbänden zu stärken. Der „Dia-log am See“ war nur eines der Formate, die er angeregt hat, um den Dialog zu pflegen. Die Kompetenz des Zuhörens verband sich dort stets mit der Fähigkeit, gesellschaftliche Heraus-forderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, um die Impulse zur Entwick-lung der Hochschule, die sich daraus ergeben, aufgreifen zu können – im Wissen darum, dass die KH Freiburg aufgrund ihrer Wertorientierung dazu verpflichtet ist, Studiengänge und Weiterbildungsangebote sowohl im Sozial- und Gesundheitswesen als auch in der Pastoral an relevanten Bedarfen auszurichten. 

Auch der Bachelor-Studiengang für Angewandte Theologie und Religionspädagogik, der unter dem Rektorat von Edgar Kösler eingerichtet wurde, wird die KH Freiburg als wertorientierte Hochschule profilieren. Mit der Einführung des neuen Studienangebots verbunden war die Erweiterung der Hochschule, die mit einem neuen Campus auch ein Studierendenwohnheim übernommen hat. Wir werden erleben, welche Möglichkeiten sich dadurch für die Hochschu-le ergeben, die als „katholische“ Hochschule ein Ort ist, an dem Menschen nachhaltig studie-ren, leben und arbeiten können. 

Der, der mit seinen Händen arbeitet, ist ein Arbeiter. Der, der mit seinen Händen und mit sei-nem Kopf arbeitet, ist ein Handwerker. Der, der mit seinen Händen, seinem Kopf und seinem Herzen arbeitet, ist ein Künstler. (Franz von Assisi)

Eine Hochschule zu leiten, ist eine Kunst. Sie braucht den Künstler, den, der mit dem Herzen bei der Arbeit ist. Ein Rektor mit Herz, das ist einer, der sich für die Hochschule, die er leitet, „beherzt“ einsetzt, und allen, nicht nur denen, die zu führen seine Aufgabe ist, „herzlich“ be-gegnet. 

Willkommen im "Gästebuch Neubeginn" zum Stabwechsel 2020!
EN
Welcome to the "New Start Guestbook" of the Change of baton 2020!

zu den Beiträgen / contributions