Covid-19 in der Langzeitpflege


13.05.2020 | Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie lässt derzeit keinen Lebensbereich unberührt und der Alltag aller Menschen verändert sich durch die notwendigen Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Kontakte sehr deutlich. Seit dem 12. März 2020 gelten in Deutschland Verordnungen, die auf ein möglichst einheitliches Vorgehen zielen, mit weitreichenden Kontakt- bzw. Ausgangsbeschränkungen. Für pflegebedürftige Menschen, die im Kontext der Übertragung von Covid-19 als besonders vulnerable Gruppe identifiziert wurden, bedeutete das auch den Verzicht auf wichtige Kontakte zu nahestehenden Menschen. Diese Isolation in der eigenen Häuslichkeit oder in der stationären Pflegeeinrichtung diente zwar dem Schutz der älteren Bevölkerung, führte aber nicht selten auch zu erheblichen psychischen Beeinträchtigungen.

Vor diesem Hintergrund wurde vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg eine Task Force Langzeitpflege gebildet, in die auch die Prorektorin der KH Freiburg und Leiterin des IAF, Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, als ständiges Mitglied berufen wurde. Gefragt sind dabei ihre gerontologische Expertise und ihre Erfahrungen aus einschlägigen Forschungsprojekten,

Vor dem Hintergrund, dass uns die Covid-19-Pandemie absehbar noch lange mit veränderten Bedingungen in der Pflege konfrontieren wird, müssen für den bevorstehenden, mutmaßlich langen Zeitraum Wege und Möglichkeiten ausgelotet werden, wie Zwischenschritte aus dem bisher weitgehenden „Lock-Down“ aussehen und erfolgen können. Restriktive Maßnahmen der sozialen Isolation sind eben nicht nur schützend, sondern wirken sich auch gleichzeitig schädigend auf bestimmte Bevölkerungsgruppen aus. Dies gilt besonders für behinderte und alte Menschen, die bereits vor der Covid-19-Pandemie von Einsamkeit, psychischen und sozioökonomischen Notlagen betroffen waren. Ihre Situation wird sich bei unzureichenden Unterstützungs- und Begleitmaßnahmen noch verschärfen.

Ein Schutzkonzept, wie es die Task Force Langzeitpflege in Baden-Württemberg gemeinsam formulieren soll, muss deshalb, neben der Minderung des Risikos für eine Infektion, auch das soziale Leben bei Pflegebedarf und seine Bedeutung in den Blick nehmen. „Der Schutz des menschlichen Lebens hat zwar immer Vorrang, aber gleichzeitig müssen auch die Möglichkeiten der Selbstbestimmung, Partizipation und sozialen Teilhabe unbedingt und gerade auch für Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf gewährleistet werden" so Prof. Dr. Kricheldorff in einer Stellungnahme an die Task Force. Entsprechend werden aktuell geeignete Maßnahmen zur Öffnung und Lockerung beraten und als Empfehlung an die Landesregierung weitergeben.

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Professorin im Ruhestand
Prof.in Dr. phil. Cornelia Kricheldorff

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