Wir gratulieren Stefanie Engler zur Promotion.


06.07.2020 | KH Mitarbeiterin promoviert

Wir gratulieren unserer Forschungskoordinatorin und Akademischen Mitarbeiterin Steffi Engler ganz herzlich zur Promotion! 

Stefanie Engler verteidigte am 17. Januar 2020 als erste Promovendin im Kooperativen Promotionskolleg „Versorgungsforschung: Collaborative Care“ erfolgreich ihre Dissertation zum Thema „Pflegende Angehörige auf Distanz – Versorgungsstrukturen: Lücken, Bedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten“ und hat dafür nun die Promotionsurkunde der Pädagogischen Hochschule Freiburg erhalten. Sie wurde bei dieser Arbeit von den Prüferinnen Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff und Prof. Dr. med. Eva Maria Bitzer (PH Freiburg) begleitet. 

Das Kooperative Promotionskolleg Versorgungsforschung im Verbund mit der Albert-Ludwigs-Universität, der Pädagogischen und der Evangelischen Hochschule Freiburg – unter Federführung unserer Hochschule – ist das einzige sozialwissenschaftliche Promotionskolleg, das vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert wurde. Steffi Engler wurde von 2016 bis 2019 im Rahmen dieses Promotionsstipendiums gefördert. 

In ihrer Studie gelang es, die Situation entfernt lebender pflegender und sorgender Angehöriger („distance caregiver“) in ihrer Relevanz für das Versorgungssystem zu erfassen und darzustellen. Ein explorativ-qualitativer Forschungsansatz basiert auf der Triangulation von Angehörigen- und Expertinnen-Interviews und einer Kombination verschiedener Auswertungsmethoden erwies sich dabei als zielführend. 
Die Ergebnisse zeigen, dass räumliche Entfernung Auswirkungen auf die Entscheidung zur Pflege hat, Konsequenzen über den gesamten Pflegeprozess entfaltet und spezifische Belastungen mit sich bringt. Die Studie lässt eine diverse Zielgruppe erkennen, mit einem breiten Aufgabenspektrum und vielfältigen Herausforderungen, vor allem im emotionalen Bereich. Ersichtlich wurde zudem ihre Bedeutung als Stabilisatoren und wesentliche Säule häuslicher Pflege, besonders bei alleinlebenden Pflegedürftigen sowie älteren Ehepaaren. Distance Caregiver erfüllen eine wichtige Funktion in der emotionalen und praktischen Entlastung von Hauptpflegepersonen vor Ort sowie als Brücke ins professionelle System. Als solche wurden sie bislang weder von der (Versorgungs-)Forschung noch durch professionelle Akteure wahrgenommen. 
Die Dissertation macht deutlich, dass bei zunehmenden Distanzen die Notwendigkeit wächst, beteiligte privaten, professionelle und bürgerschaftlich-nachbarschaftlich Engagierten koordinierend zu verbinden und Schnittstellen zu überbrücken. Zusammenarbeit, auch im Sinne der „Collaborative Care“ und in der Logik einer Caring Community, ist bedeutsam, um Kommunikations- und Informationslücken zu überbrücken und drohende Versorgungslücken zu schließen. 
In der Versorgung älterer Menschen ist es notwendig, „Distance caregiver“ als bedeutsame Akteure wahrzunehmen und wertzuschätzen. Sie benötigen passgenaue und präventive Unterstützung in Form von Koordination, Edukation, Beratung und Begleitung. 

Veröffentlichungen im Rahmen der Promotion

Engler, Stefanie (2020): Pflegende Angehörige und Pflegende Angehörige auf Distanz. Versorgungsstrukturen: Lücken, Bedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten. Dissertationsschrift.
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:frei129-opus4-8320

Engler, Stefanie (2020): Häusliche Pflege und räumliche Distanz. Techniknutzung zwischen Autonomieermöglichung und Kontrolle. In: Psychotherapie im Alter (1)
Kramer, B.; Engler, S.; Bischofberger, I. (2019): Distance Caregiving. Empirische Einblicke aus betrieblicher Perspektive. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. 2019. DOI 10.1007/s00391-019-01608-1

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Forschungskoordinatorin & Akademische Mitarbeiterin
Dr. phil. Stefanie Engler

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