Preis für gute Lehre 2020

In diesem Jahr waren die Herausforderungen für eine kontinuierliche "gute Lehre" besonders hoch. Neue Wege und Möglichkeiten wurden kreativ angewendet und führten zur zahlreichen Nominierungen durch unsere Studierenden.

Der Preis für gute Lehre 2020 geht an Prof. Dr. phil. Martin Becker.
 

"Es freut mich sehr, von Studierenden meines Lehrforschungsprojektes im Studiengang Soziale Arbeit für den Preis für gute Lehre 2020 vorgeschlagen worden zu sein.
Wie die Stellungnahmen der Studierenden zeigen, scheinen die Gründe in der Strukturierung der Lehrveranstaltung sowie meiner Betreuung der jungen Forscher*innen zu liegen. 
Ausgangspunkt und Grundlage meines didaktischen Vorgehens war die Berücksichtigung der durch die Corona-Pandemie verschärften Situation etlicher Studierender, die durch studienbegleitende Arbeitstätigkeit und Kindererziehung geprägt war/ist. Zudem war davon auszugehen, dass technische Ausstattung und „digitales know-how“ der Seminarteilnehmer*innen sehr unterschiedlich ausgeprägt war/ist.
Auf Grund dieser Sachlage erfolgte die konsequente Entscheidung gegen Synchronformate der online-Lehre, wie z.B. Videokonferenzen, die von den Seminarteilnehmer*innen entsprechende Technikausstattung und know-how sowie Online-Präsenz zu festen Zeiten, erfordert hätten. Stattdessen erfolgte die Kompetenzvermittlung durch genaue Arbeitspläne, klare schriftliche Instruktionen, mit mehrwöchigen Zeitfenstern versehene Arbeitspakete sowie zeitnahe, detaillierte fachliche Rückmeldungen und Mut machende Feedbacks, per individueller persönlicher Emailnachricht.
Weil Forschungsarbeit unter Zeitdruck oder gar Stress bekanntlich unter Qualitätseinbußen zu leiden hat, schien dieses Modell der angeleiteten Eigenarbeit, mit möglichst großer zeitlicher Flexibilität, das Gebot der Stunde.
Fazit: Niemand hatte zu Beginn dieses Pandemie bedingten Online-Semesters ein perfektes Konzept. Dass klare Arbeitsbeschreibungen und Arbeitspakete sowie wertschätzende persönliche Feedbacks für Lehr-/Lernprozesse unverzichtbare Elemente sind, ist zwar keine neue Erkenntnis, war in Zeiten fehlender Präsenzlehre und reiner online-Kommunikation jedoch das Schwerpunktmerkmal meines didaktischen Konzeptes, frei nach dem Motto „weniger technische Finessen - mehr fachliche und persönliche Beratung und Begleitung“. Dies war offenbar geeignet, von Studierenden als würdig für den Preis für gute Lehre und hilfreich für deren Studium beurteilt zu werden."

Freiburg, den 1. Oktober 2020
Prof. Dr. phil. Martin Becker

Begründung für den Vorschlag zur Vergabe des „Preises für gute Lehre“ 2020 an Herrn Prof. Dr. Martin Becker

Miriam Häberle
6. Semester Bachelorstudiengang Soziale Arbeit

„Für den Preis für gute Lehre 2020 möchte ich Prof. Dr. phil. Martin Becker vorschlagen.  
 Dies ist mir ein Anliegen, da Prof. Becker in diesem ungewöhnlichen Semester ganz besonders durch sein hohes Engagement herausgestochen ist.  Prof. Becker betreut unser Lehrforschungsprojekt im Modul 3.1.3 Empirische Sozialforschung. Dieses Seminar lebte im Wintersemester 2019/20 sehr vom Austausch in der Gruppe und der gemeinsamen Entwicklung des Projekts. Umso überraschter bin ich, dass dieses Seminar trotz der unvorhergesehenen Umstellung von Präsenz- auf Online-Lehre weiterhin außerordentlich inspirierend und nachhaltig lehrreich geblieben ist. Dies ist meiner Meinung nach ganz dem besonderen Lehr-Konzept von Prof. Becker geschuldet, der uns eine sehr umfangreiche Betreuung zukommen ließ.  Das Seminar war von Anfang bis Ende sehr strukturiert, transparent und gut aufgeteilt. Die einzelnen Aufgabenschritte wurden äußerst präzise in E-Mails beschrieben, die zu Beginn der verschiedenen Arbeitsabschnitte an unsere Studierendengruppe verschickt wurde. Das Projekt wurde sehr gut in Teilschritte gegliedert und der jeweilige Bearbeitungsauftrag stets inhaltlich und zeitlich angemessen. Der Projektplan war zu Beginn des Semesters bekannt und Prof. Becker gab ggf. Hinweise zum Zeitmanagement, so dass jeder einordnen konnte, wo er steht. In einem bestimmten Rahmen konnte man sich die Bearbeitung frei einteilen, was hilfreich war bzgl. veränderter Strukturen bei Studium, Arbeit, Kinderbetreuung, Gesundheitsver-sorgung etc. Gleichzeitig gab es feste Termine, zu denen die Aufgaben fertig gestellt sein sollten, was ebenfalls hilfreich war, um am Ball zu bleiben und das Projekt als Gruppe rechtzeitig abschließen zu können. Die Verteilung der Aufgaben empfand ich als fair und die Erklärungen der jeweiligen Forschungsschritte und Methoden waren gut verständlich. Ergaben sich im Projektverlauf neue Erkenntnisse, Probleme oder Unklarheiten, wurde darauf übersichtlich in Rundschreiben eingegangen, so dass wir sozusagen indirekt voneinander lernen konnten. Eine gute Mischung aus Transparenz, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Vertrauen bzgl. der selbstständigen Arbeitsweise der Gruppenmitglieder und immer wieder motivierenden Rückmeldungen zum Bearbeitungsstand. Herausragend war auch die gute Erreichbarkeit per Mail z.B., wenn Fragen auftauchten. Insgesamt machte einen großen Teil des Lernerfolgs aus, dass es zu verschiedenen Arbeitsschritten ein individuelles, konstruktives Feedback gab – das habe in den vergangenen sechs Semestern in anderen Lehrveranstaltungen leider oft vermisst. Die persönlichen Feedbacks waren für mich eine ungewohnte, aber wichtige und außerordentlich hilfreiche Unterstützung. Kurzum: Prof. Becker hat sich mit außerordentlich hohem Engagement und seinem didaktisch innovativen Konzept für das Gelingen des Semi-nars auch auf dem digitalen Weg eingesetzt. Dabei hatte er stets alle im Blick und hat sich aktiv darum bemüht, dass niemand unbemerkt abgehängt wird, was in dieser herausfordernden Zeit leider sehr schnell geschehen kann. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!“

Charlotte Weiß 
6. Semester Bachelorstudiengang Soziale Arbeit

„Professor Becker hat stets ein sehr hohes Engagement bewiesen und mich, im Rahmen des Lehrforschungsprojekt, ausgesprochen gut / sehr gut unterstützt. Der E-Mail-Kontakt mit Professor Becker war stets sehr zuverlässig, freundlich und auf Augenhöhe. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, mein Lehrforschungsprojekt bei Professor Becker zu absolvieren.  
Vorteile des didaktischen und methodischen Vorgehens von Professor Becker:
Klare Aufgabenbeschreibungen:
Ausgesprochen gut finde ich die sehr gezielten und konkreten Arbeitsanweisungen zu einzelnen Schritten der Datenerhebung und Datenauswertung des Forschungsprojekts. Durch die schriftliche Ausformulierung der Arbeitsschritte habe ich einen langfristigen Nutzen davon. Die Arbeitsbeschreibungen, von Professor Becker, habe ich stets archiviert da ich mir sicher bin, dass sie eine große Unterstützung bieten bei der Erstellung meiner Bachelorarbeit im nächsten Semester.
Feedback:
Zu meinen Ausarbeitungen, bezogen auf die Datenerhebung und Datenauswertung, habe ich stets eine sehr ausführliche, hilfreiche und konstruktive Rückmeldung von Professor Becker erhalten (welche für Professor Becker sicherlich sehr zeitintensiv war). Ich hatte die Möglichkeit, auf Grundlage der Rückmeldung, meine Ausarbeitungen zu überarbeiten. So habe ich einen reflexiven Lernprozess erhalten und konnte einen großen Lernerfolg erzielt. 
 Ich würde mich sehr freuen, wenn Professor Becker den Preis für gute Lehre erhalten würde – er hat es, durch sein hohen Maße an Engagement, sehr verdient.“ 

Professor
Prof. Dr. phil. Martin Becker

Programm Highlights