Studienpreis 2021
des Caritasverbands für die  Erzdiözese Freiburg

Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg                
Laudation:
Herr Thomas Herkert                
                
Preisträgerin: Beatrice Puskunigyte               
Preis in Höhe von 300 EUR                
                
Titel der Arbeit:                
Gelungene Inklusion auf dem Arbeitsmarkt?
Eine Studie zur Teilhabe am Arbeitsleben anhand eines deutschen und eines litauischen Gastronomiebetriebes.              
                
Gutachter*in: Prof. Dr. Florian Kiuppis, Maria Höfflin               

Laudatio von Thomas Herkert

Studienpreis 2021
Gelungene Inklusion auf dem Arbeitsmarkt Eine Studie zur Teilhabe am Arbeitsleben anhand eines deutschen und eines litauischen Gastronomiebetriebes
– Bachelorarbeit von Beatrice Puskunigyte

Würdigung
Arbeit im Sinne der katholischen Soziallehre ist zentraler Bestandteil der Entfaltung personaler Würde. Exklusion von Menschen aus dem Arbeitsleben ist eine Verletzung der Menschenwürde. Ein hoher Verdienst der Inklusionsdebatte liegt darin, den Blick auf die Ursachen von Exklusion grundlegend verändert zu haben. Vermutlich durchaus beabsichtigt pointiert-provokativ auf den Punkt bringen das die aktuellen TV-Spots der Aktion Mensch. Dort lautet die Botschaft: Menschen haben keine Behinderung, Orte schon.
Dier Bachelorarbeit von Frau Puskunigyte nimmt einen solchen Ort in den Blick. Sie geht am Beispiel des Arbeitsortes Gastronomie der Frage nach, wie dieser Arbeitsort gestaltet werden muss, damit Menschen, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten lernen, die Komplexität unterschiedlich verarbeiten, dort entfaltungsfördernde Erfahrungen machen und Teilhabe realisieren können. Hochspannend ist dabei auch, dass sie dieser Frage in einer vergleichenden Studie am Beispiel inklusiver Restaurants in Deutschland und Litauen nachgeht.
Die Bachelorarbeit arbeitet systematisch, kompakt und fokussiert zentrale Aspekte für eine gelingende inklusive Gestaltung des Arbeitsortes Restaurant heraus. Diese Gelingensbedingungen bleiben jedoch nicht nur gastrospezifisch, sondern weisen darüber hinaus auch Bedeutung für andere Arbeitsfelder auf. Damit hat die Arbeit neben einem spannenden Forschungsansatz auch ein hohes handlungsrelevantes Potential. Unsere Unterstützung als Caritas kann ich Frau Puskunigyte gerne zusagen, wenn sie in ihrem Fazit unter anderem auch dafür plädiert, durch zahlreiche weitere inklusiv gestaltete Restaurants Vorbehalte, Ängste und Stereotypen abzubauen. Zumindest in Freiburg hat ja seit einigen Wochen an prominenter Stelle in der Herrenstraße mit dem Cafe Inklusiv bereits ein weiterer Arbeitsort, wie ihn Frau Puskunigyte in ihrer Arbeit beschreibt, eröffnet.
Ich habe beim Lesen der auch sprachlich sehr ansprechenden Bachelorarbeit gelernt, dass es in Litauen ein Sprichwort gibt, das da lautet: „Der erste Pfannkuchen brennt immer an.“ Wenn ich jetzt mal annehme, dass Frau Puskunigyte bisher noch nicht so viele Bachelorarbeiten vorgelegt hat und diese Arbeit damit sozusagen ihr erster Pfannkuchen ist, kann ich nur sagen: das Leben und die Menschen sind wohl doch – glücklicherweise – zu bunt, zu komplex, zu divers, um sie in einen Satz zu packen. Dieser Pfannkuchen war definitiv nicht verbrannt, sondern ein ausgesprochener Genuss! Herzlichen Glückwunsch, Frau Puskunigyte, für ihre gelungene Bachelorarbeit und natürlich auch zum Caritaspreis!
für den Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg

Thomas Herkert, Diözesan-Caritasdirektor
Susanne Hartmann, Abteilungsleitung

Programm Highlights