Vortrag (online): "Kunst und Coping bei Hirntumorpatient*innen und Angehörigen im musealen Raum"


Jul 20
19:00 - 21:00 Uhr

Online-Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Gegen den Strich"
"Kunst und Coping bei Hirntumorpatient*innen und Angehörigen im musealen Raum"
Vorstellung der Evaluationsstudie in Kooperation zwischen der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Münster, dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, der Katholischen Hochschule Freiburg und der MSH Medical School Hamburg

Michael Ganß
freiberuflicher Diplom Kunsttherapeut und Diplom Gerontologe. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medical School Hamburg (MSH), im Department Kunst, Gesellschaft und Gesundheit. Forschungs- und Lehrtätigkeit an div. Hochschulen und Ausbildungsstätten.

Sybille Kastner
Leiterin der Kunstvermittlung im Lehmbruck Museum Duisburg und entwickelt innovative Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte, u.a. wegbereitend für Besucher*innen mit Demenz. Von 2012 -2015 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Entwicklung eines Modells zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschenmit Demenz im Museumsraum“ (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)), von 2018 - 2021 in der Studie der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Münster und dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster "Kunst und Coping - Coping bei Hirntumorpatient*innen und Angehörigen im musealen Raum".

Britta Lauro, M.A., Kunsthistorikerin, seit 2013 Kunstvermittlerin Kunstmuseum Pablo Picasso Münster,seit 2019 Wissenschaftliche Referentin mit Schwerpunkt Inklusion in der Kunstvermittlung am LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, seit 2021 Lehrtätigkeit an der Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Kunst-/Musikpädagogik. 

Privat-Dozentin Dr. med. habil. Dorothee Wiewrodt
Fachärztin für Neurochirurgie, Zusatzbezeichnung Psychotherapie, Psychoonkologin, Seit 2011 Koordinatorin des Hirntumorzentrums (HTZ) des Universitätsklinikum Münster, Leiterin des Schwerpunktes Psychoonkologie sowie der Begleittherapien für neuroonkologische Patienten am HTZ.

Prof.in Dr. rer. medic. Monika Wigger
Professorin für Ästhetik und Kommunikation - Schwerpunkt bildnerisches Gestalten an der Katholischen Hochschule (KH) Freiburg. Leitung des Zusatzlehrprogramms im Rahmen der Wissenschaftlichen Weiterbildung Kunsttherapie am Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) der KH Freiburg. Graduierte Kunsttherapeutin (DGKT) in eigener Praxis und im Rahmen der Begleittherapien für neuroonkologische Patienten des Hirntumorzentrums (HTZ) am Uniklinikum Münster.

Thema
Hirntumore gehören zu den eher seltenen, aber oft lebensbedrohlichen Tumorerkrankungen. Zu der belastenden Krebsdiagnose kommt für die Betroffenen die Sorge hinzu, sich auf mögliche Einschränkungen kognitiver Funktionen, wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Handlungsplanung und Kommunikation, einzustellen zu müssen. Veränderungen in diesen Funktionsbereichen können das Identitätsgefühl der Patient*innen beeinflussen. Hirntumorerkrankungen gehen daher in vielen Fällen mit komplexen physischen, psychischen und  sozialen Belastungen einher und sind dadurch eine große Herausforderung für die Betroffenen, aber auch für ihre Angehörigen. 
In den letzten Jahren hat neben den konventionellen schulmedizinischen Maßnahmen, wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie, die Psychoonkologie als komplementärmedizinisches Angebot für die seelischen Bedürfnisse der Patient*innen und deren Angehörigen an Bedeutung gewonnen. Seit 2011 findet im Hirntumorzentrum des Universitätsklinikum Münster, im Kontext der psychoonkologischen Versorgung, ein kunstbasiertes Angebot für Betroffene und deren Angehörige in Kooperation mit dem Kunstmuseum Pablo Picasso  Münster statt. Das einmal im Monat stattfindende Angebot wird begleitet durch die Psychoonkologin der Neurochirurgie, einer Kunsttherapeutin und einer Kunstvermittlerin des Museums.
Aus den Ergebnissen unserer wissenschaftlichen Studie werden im Rahmen unseres Vortrags erste Ergebnisse der qualitativen Analyse vorgestellt. Die Untersuchung erfolgte in zwei festen Gruppen, die jeweils drei aufeinanderfolgende Museumsbesuche absolvierten. Hauptaspekt hier ist die Frage, ob das Kunstangebot dazu beiträgt, dass Hirntumorpatient*innen, Angehörige und Hinterbliebene Coping-Strategien entwickeln können und inwieweit das Kunstmuseum als geschützter Ort und Raum der kulturellen Teilhabe erlebt wird.

Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Link zur Teilnahme und weitere Details zur Veranstaltungsreihe "Gegen den Strich": 
>>> Veranstaltungsseite



 

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