Glossar Hochschulreform
Die 1999 gestartete Hochschulreform, auch Bologna-Prozess genannt, hat zu einer Modernisierung der deutschen Hochschulen beigetragen. Deutschland hat sich gemeinsam mit seinen europäischen Nachbarn die Aufgabe gestellt, bis zum Jahr 2010 einen europäischen Hochschulraum zu schaffen.
Ziel des Bologna-Prozesses ist es, dass Europa durch die Einführung eines gestuften Studiensystems aus Bachelor- und Masterstudiengängen mit europaweit vergleichbaren Abschlüssen, der Einführung und Verbesserung der Qualitätssicherung sowie der Steigerung der Mobilität im Hochschulbereich stärker zusammenwächst.
Nachfolgend haben wir einige zentrale Begriffe der Hochschulreform kurz erklärt:
- Akkreditierung
Verpflichtende Begutachtung der neuen Studiengänge durch eine Agentur. Diese überprüft, ob alle Bologna-Vorgaben erfüllt wurden, und vergibt das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates.
- Bachelor
Erster akademischer Grad, den Studenten nach 6 bis 8 Semestern erlangen. Danach können Absolventen ins Berufsleben starten, einen Master draufsatteln oder promovieren.
- BoK
Obligatorischer Studienblock zu »Berufsfeldorientierten Kompetenzen«. Weil der Abschluss berufsqualifizierend sein soll, erwerben Studenten hier Schlüsselqualifikationen und lernen, praxis- und problemorientiert zu arbeiten.
- Credits/ECTS
Das „European Credit Transfer System“ stellt sicher, dass Studienleistungen europaweit vergleichbar sind. Deshalb bekommt jeder Student Credits (Leistungspunkte) für die regelmäßige Teilnahme an Modulen. Einer dieser Leistungspunkte entspricht 30 Stunden Arbeit. Für einen BA-Abschluss müssen 180 bis 240 Credits erworben werden.
- Diploma Supplement
Dokument, das mit dem Abschlusszeugnis verteilt wird. Es beschreibt die vermittelten Qualifikationen des Studiums - und zwar so, dass auch Arbeitgeber und ausländische Hochschulen etwas damit anfangen können.
- Europäischer Qualifikationsrahmen (EQF)
übergreifendes Transparenz-, Vergleichs- und Übersetzungsinstrument. Soll nicht nur die Mobilität zwischen den Bildungssystemen, sondern auch die berufliche Mobilität im Europäischen Arbeitsmarkt fördern. - Konsekutiver Studiengang
Als konsekutiver Studiengang wird ein Studienprogramm bezeichnet, das aus einem Bachelorhttp://de.wikipedia.org/wiki/Bachelor und einem darauf aufbauenden Masterhttp://de.wikipedia.org/wiki/Master besteht. Der Bachelor ist dabei ein grundständiges Studiumhttp://de.wikipedia.org/wiki/Grundständiges_Studium, der Master ein anschließendes postgraduales Studiumhttp://de.wikipedia.org/wiki/Postgraduales_Studium.
Zwischen dem Bachelor und dem konsekutiven Master besteht ein fachlicher Zusammenhang, sie bauen inhaltlich aufeinander auf.
Anders ist dies bei den nicht-konsekutiven sowie den weiterbildenden Masterstudiengängen.
- Master
Zweiter akademischer Grad, den Studenten nach dem Bachelor oder einem traditionellen, einstufigen Studiengang erlangen können. Masterprogramme sind oft zulassungsbeschränkt und erfordern ein 1- bis 2jähriges Vollzeit- oder berufsbegleitendes Studium. Sie können sowohl forschungs- als auch berufsorientiert sein.
- Module
Lehreinheiten, die sich aus Seminaren, Übungen und Vorlesungen zusammensetzen und ein übergeordnetes Teilgebiet behandeln. Der Student bekommt für jedes Modul, das sich über ein oder mehrere Semester erstrecken kann, Credits.
- Nationaler Qualifikationsrahmen
Genaue Beschreibung von allem, was Absolventen können und wissen sollen, nachdem sie das Bildungssystem eines Landes durchlaufen haben. Sie dient der erhöhten Transparenz und Vergleichbarkeit internationaler Ausbildungsgänge.
- Ph.D.
Internationaler Titel für ein wissenschaftliches Forschungsdoktorat. Durch Bologna soll er die dritte Phase des Studiums nach Bachelor und Master werden und mit dem Dr. gleichgestellt sein.


