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Nachruf Prof. Werner Rynski

Am 10. März  2009 ist Prof. Werner Rynski nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben. 25 Jahre lang hatte er die Professur Recht an der Katholischen Fachhochschule Freiburg inne.

Werner Rynski, am 09.01.1934 in Bremen geboren, besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Bremen. Nach dem Abitur 1953 absolvierte er eine Ausbildung bei der Oberfinanzdirektion Bremen und arbeitete dort zunächst für kurze Zeit als Steuerinspektor. 1956 bis 1961 studierte Rynski Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg und legte 1968 an der Universität Hamburg die Große juristische Staatsprüfung (Assessor Examen) ab.

Ab 1969 arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht. 1971 übernahm er die Leitung des Referats Sozialrecht des Deutschen Caritasverbandes e.V. Freiburg.

Von 1971 bis 1972 war er zunächst als Lehrbeauftragter für Sozialrecht an der Höheren Fachschule des Deutschen Caritasverbandes  e.V. Freiburg tätig. 1972 wurde er als hauptamtlicher Fachhochschullehrer für das Lehrgebiet Recht in der neu gegründeten Katholischen Fachhochschule Freiburg berufen und hatte diese Professur bis zu seinem Ausscheiden 1997 inne. Über viele Jahre hinweg war er in diesem Fach auch Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Universität Freiburg.

In seiner aktiven Zeit hatte er langjährig Funktionen in der Selbstverwaltung der Hochschule inne: Er war stellvertretender Fachbereichsleiter und kurzzeitig auch kommissarischer Leiter des Fachbereichs Sozialarbeit und über viele Jahre auch Mitglied des Senats der KFH Freiburg.

In seiner gesamten Dienstzeit war er Vertreter des Deutschen Caritasverbandes im Fachausschuss „Recht und Organisation“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendhilfe und Familienrecht und ab dem 24.01.1984 auch dessen Vorsitzender. Damit war er Mitglied einer wichtigen Beraterkommission des deutschen Bundestages in Sachen Jugendhilferecht.

Er vertrat mehrfach unentgeltlich und erfolgreich Studierende in BaFöG-Angelegenheiten vor Gericht und setzte sich auch im Hochschulalltag aktiv für ihre Belange ein.

1980 gründete er den Karl-Rolfus-Verein, einen Verein zur "Betreuung geistig und mehrfachbehinderter Menschen“ in Herten, der bis heute mehr als 200 Menschen mit geistiger Behinderung im St. Josefsheim Herten betreut.

Es war ihm eine besondere Herzensangelegenheit, sich im Auf- und Ausbau deutsch-polnischer Beziehungen zu engagieren. Seit 1974 reiste Professor Rynski jedes Jahr bis zur deutschen Wiedervereinigung 1989, insgesamt 25 Mal, mit einer Gruppe von Studierenden in die DDR – immer zur Leipziger Messe, da dies in den Zeiten des Kalten Krieges die einzige Möglichkeit war, in die DDR zu reisen. Dort kam es regelmäßig auch zu Treffen mit polnischen Studierenden.

Seit 1978 hat er mehr als 60 Einzelreisen nach Polen unternommen, um dort Vorträge u.a. an den Universitäten Lublin, Warschau, Danzig und Kattowitz zu halten. Über 20 Mal organisierte er Studienreisen von Studierenden der Katholischen Fachhochschule Freiburg und polnischen Studierenden, um den gegenseitigen Austausch zu befördern.

In Polen baute Professor Rynski bereits sehr früh – vor 1980 – Verbindungen zur Solidarnosz-Bewegung auf und unterstütze damit auch deren für die deutsche Wiedervereinigung bedeutsame Arbeit. Bis zuletzt verbanden ihn mit Persönlichkeiten dieser Bewegung langjährige Freundschaften.
Seit 1983 war er stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Hilfsgemeinschaft für Kranke und Behinderte in Polen“. In der Zeit des „eisernen Vorhanges“ hat er persönlich auch materiell vielfältige Hilfe geleistet oder durch Kurierdienste überbringen lassen.

Es überrascht deshalb nicht, dass Professor Rynski wegen seiner hohen Verdienste um die deutsch-polnische Versöhnung und Verständigung und um die deutsche Wiedervereinigung sowie wegen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Behindertenarbeit 1995 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.

1998 wurde er vom Deutschen Caritasverband mit dem Caritas-Ehrenkreuz in Gold geehrt. 1994 erhielt er das Ritterkreuz von Jasna Gora. Im Jahr 2000 überreichte ihm die Generalkonsulin der Republik Polen das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen im Auftrag des polnischen Staatspräsidenten.

Wir sind dankbar, dass wir ihn zum Kollegen hatten und werden ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren.

Rektor Prof. Dr. Edgar Kösler

 
 
 
 
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